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NoveliqaVertrag der verbotenen Sehnsucht / Der verhängnisvolle Vorschlag :0%
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Bölüm 1

Der verhängnisvolle Vorschlag

Der Regen prasselte in dichten Vorhängen gegen die hohen Fenster ihres Ateliers. Lina Ehrhardt stand mitten zwischen zerknitterten Skizzen und halb fertigen Entwürfen, die Luft schwanger von nassem Stoff und dem flüchtigen Geruch von Kaffee. Jedes Geräusch draußen hallte dumpf wider, als ob Berlin selbst den Atem anhielte.

Sie biss die Zähne zusammen und schob eine wütende Locke aus dem Gesicht. Der Vertrag der Bank forderte ihre Unterschrift – innerhalb von nur vierundachtzig Stunden. Ohne die Finanzierung würde ihre Kollektion nie das Licht der Laufstege sehen. Und die Rechnungen, die sich wie ein Schatten über ihr kleines Imperium legten, erstickten jede Hoffnung auf Rettung.

Ein schrilles Klirren riss sie aus ihrem selbst auferlegten Schweigen. Die Tür zum Atelier schwang auf, und herein trat ein Mann, dessen Auftreten den Raum augenblicklich veränderte: Maximilian.

Sein Mantel triefte von Regen, doch seine Präsenz war trocken, kühl und unerschütterlich. Dunkle Augen bohrten sich in Linas, als sei er eine Jagdbeute, keine Fremde. Jeder seiner Schritte auf dem Parkett hallte wie ein gezieltes Versprechen.

„Frau Ehrhardt“, seine Stimme war tief, samtig, und trotzdem unerbittlich. „Sie haben genau das Talent, von dem wir in meiner Firma dringend profitieren könnten.“

Lina schluckte. Bewusst ließ sie keine Unsicherheit in ihr Gesicht schleichen, auch wenn hinter ihren Lidern Feuer loderte. „Maximilian, ich schätze, Sie sind der Herr über viele Möglichkeiten. Leider nicht meine.“

Ein scharfes Lächeln umspielte seine Lippen. „Das sehe ich anders. Ihre Designs haben Flair, das ich in unserem von Langeweile geprägten Business dringend brauche.“

Sie schnaubte leise. „Und was genau wollten Sie mir damit sagen?“

Maximilian trat näher, so nah, dass sie seinen leichten Moschusduft wahrnahm, vermischt mit nasser Erde. „Ein Vorschlag. Eine Partnerschaft, die mehr ist als eine geschäftliche Einladung.“

Lina fühlte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte, Unsicherheit und Neugier rangen miteinander. „Ich bezweifle, dass ich auf Ihre Bedingungen eingehen kann.“

Er sah sie lange an, als schätze er ihre Reaktion. „Ich könnte Ihnen Ihre Schulden erlassen. Dafür müssten Sie nur eine einzige, sehr spezielle Vereinbarung akzeptieren.“

In der Stille, die folgte, hörte Lina nur das Trommeln des Regens und das ferne Heulen der Stadt.

„Worum geht es?“, fragte sie endlich, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern.

Maximilian beugte sich vor, sein Blick durchdringend. „Ein Vertrag. Nicht nur ein gewöhnlicher. Ein Ehevertrag.“

Die Worte fielen wie ein eisiger Tropfen in den brennenden Asphalt ihres Herzens. Lina blinzelte ungläubig. „Sie meinen... heiraten?“

Er nickte langsam, als wäre es die logischste Sache der Welt. „Ja. Für eine Weile. Für uns beide. Ein Arrangement, das uns schützt und stärkt.“

Ihr Atem stockte. Der Raum schien sich zusammenzuziehen, bis nur noch die Spannung zwischen ihnen blieb. Freiheit gegen Sicherheit; Herz gegen Verstand. Lina spürte, wie die Schatten ihrer Vergangenheit von allen Seiten gegen sie drängten.

„Und wenn ich ablehne?“, fragte sie, doch schon wusste sie, dass diese Entscheidung keine Zukunft für sie offenlassen würde.

Maximilian trat zurück, sein Ausdruck wurde in diesem Moment messerscharf. „Dann sehen Sie zu, wie alles, wofür Sie gekämpft haben, zerbricht.“

Die Zeit schien stillzustehen. Lina stand auf dem Zehn-Meter-Brett ihrer Existenz und blickte in den Abgrund der Ungewissheit.

„Ein Vertrag, der verbotene Sehnsüchte bindet“, murmelte sie, die Worte so eigenartig fremd und doch verlockend.

Dann hörte sie das leise Klacken, als Maximilian eine Mappe auf den Arbeitstisch legte.

„Willkommen in einer neuen Welt, Frau Ehrhardt.“