NoveliqaVertrag der verbotenen Sehnsucht / Ein unerwarteter Rivale :0%
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Chapter 7

Ein unerwarteter Rivale

Der Nachhall seiner Berührung brannte auf ihrer Haut nach. Emilia schloss die Augen, die Luft schien dicker zu werden, als ob selbst der Raum den schwer gefangenen Atem in ihrer Brust spüren konnte. Ihre Finger krallten sich in den Stoff ihres Kleides, während ein leises, unkontrollierbares Zittern ihren Körper jagte.

Dann fiel das leise Knarren der Haustür ins Schweigen – ein Geräusch, das ihre Sinne scharf wie Rasierklingen schnitt.

Sie öffnete die Augen. Ein Schatten bewegte sich im Flur. Wider besseren Wissens setzte ihr Herz einen Schlag aus.

„Emilia.“ Die Stimme hatte sich kaum verändert, und doch war sie durchdrungen von Wärme und Arroganz zugleich, einem bittersüßen Mix, der Erinnerungen aufriss, die sie vergraben hatte.

Sie wandte sich um.

Er stand da.

Leonard—Leon. Ihr früherer Liebhaber. Der Mann, der vor Jahren ihre Welt auseinandergerissen hatte, dessen Erinnerung sie mit so viel Schmerz verknüpfte, dass sie sie tief in die dunkelsten Kammern ihres Gedächtnisses verbannt hatte.

Seine Augen, diese durchdringend grünen Augen, funkelten jetzt mit einer Mischung aus Überraschung und unerwarteter Weichheit. Die Schultertasche hing lässig schräg über der Brust, der Dreitagebart wirkte ungepflegt, doch nicht nachlässig. Er sah aus, als wäre er von den Straßen der Stadt direkt in dieses Penthouse getreten.

„Du wohnst hier?“ Seine Stimme war ein Flüstern, das doch direkt zwischen ihnen vibrierte. „In diesem... Wolkenkratzer-Dschungel?“

Emilia fühlte das Gewicht dieses Augenblicks wie eine unsichtbare Hand an ihrem Kehlkopf drücken.

„Was willst du, Leonard?“ Ihr Ton war steif, nicht ohne Grund misstrauisch.

Ein schiefes Lächeln zuckte über sein Gesicht. „Ich bin nicht hier, um alte Geschichten wieder aufzuwärmen.“ Er trat einen Schritt näher, und in seinem Blick lag keine Spur von Bedauern, aber auch kein Hass.

„Dann wozu?“ Sie wollte die Tür hinter sich schließen, doch etwas hielt sie zurück – die Mischung aus Neugier und dem Bruchstück alter Sehnsüchte.

Er seufzte leise und schob die Tasche ab. „Wir müssen reden. Ernsthaft reden. Über dich. Über mich. Über das, was passiert ist. Und über das, was jetzt im Schatten lauert, das du so verzweifelt zu verdrängen versuchst.“

„Ich habe nichts mit deiner Vergangenheit zu klären.“ Ihre Stimme zitterte kaum merklich, doch sie zwang sich zur Härte.

Doch Leonard schüttelte den Kopf, als wolle er ihr widersprechen, und seine Augen wurden dunkler, forschender. „Doch, Emilia. Du hast keine Ahnung, was genau ich herausgefunden habe. Oder vielmehr, was ich mir zusammengesammelt habe. Dinge, die dich zerstören könnten – oder uns beide.“

Im selben Moment öffnete sich die Glastür zum Balkon, und der Wind trug die kühle Luft herein. Die Dämmerung verwandelte die Skyline in eine Leinwand aus flackerndem Neonlicht und undurchsichtigen Schatten.

„Gefährlich“, murmelte Leonard, fast mehr zu sich selbst. „Sehr gefährlich.“

Emilia spürte, wie die Fassade bröckelte. Was war er für ein unerwarteter Rivale? Und warum schien er zugleich eine Warnung und eine Einladung zu sein?

Sie machte einen Schritt zurück, die Tanzfläche ihrer Gefühle wandelte sich zu einem Minenfeld aus Fragen und Furcht.

„Was genau hast du entdeckt?“, fragte sie schließlich mit einer Stimme, die kaum mehr verriet als das kalte Klirren eines Messers, das gegen Glas geschlagen wurde.

Leonard zog ein kleines, zerknittertes Foto aus seiner Tasche. „Das hier“, sagte er und ließ es langsam zu Boden sinken, so dass sie es sehen konnte.

Emilia bückte sich widerwillig.

Das Bild zeigte Leon und eine Person, deren Gesicht mit einem schwarzen Balken unkenntlich gemacht war, vor dessen Silhouette sie sich unwillkürlich zusammenzog.

„Er“, flüsterte Leonard. „Der Mann, den du für immer aus deiner Welt verbannt hast. Er ist nicht so tot, wie alle glauben.“

Ein kalter Schauer raste ihren Rücken hinunter.

„Und wenn Leon Albrecht das erfährt...“, fuhr Leonard fort, seine Stimme war kaum mehr als ein Hauch, „dann bist du in echter Gefahr.“

Die Stadt hüllte sich in ein leises, bedrohliches Murmeln. Ihre Wände fühlten sich plötzlich enger an, ihre Luft schwer von unausgesprochenen Drohungen.

Emilia streckte die Hand aus, als wolle sie die belegte Wahrheit vom Boden aufheben. Doch bevor sie das Foto berühren konnte, fiel ein lautloser Schatten durch die Tür und schweifte in den Raum.

Ein Schritt. Noch einer.

Das Spiel begann erneut – aber dieses Mal spielte sie nicht nur gegen Leon.

Ein unerwarteter Rivale hatte seine Karten ausgepackt.

Was nun?

Der nächste Ton an der Tür – ein leises, aber bestimmtes Klopfen.

Und die Frage blieb wie ein scharfer Stich in der Dunkelheit hängen:

Was will ihr Ex wirklich? Und wie viel Gefahr verbarg sich in seiner Rückkehr?