NoveliqaVertrag der verbotenen Sehnsucht / Verbotene Gefühle :0%
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Chapter 6

Verbotene Gefühle

Das Knarren der Tür hallte durch den Raum, als wäre es das erste Echo eines Urteils. Emilia blieb stehen, die Finger noch immer von dem flüchtigen Kontakt mit seiner Hand leicht prickelnd. Ein Sturm zog in ihrem Inneren auf, wild und unberechenbar.

Leon trat ins Licht, seine Silhouette scharf gezeichnet gegen die glasverkleideten Wände des Penthouse. Seine Augen brannten, dunkel und intensiv, als er einen Schritt näherkam. „Emilia,“ sagte er leise, doch seine Stimme war fest, voll einer ungeahnten Sanftheit, die zugleich gefährlich wirkte.

Sie hielt den Atem an, spürte, wie die Luft zwischen ihnen vibrierte. Ihr Herz schlug schmerzhaft gegen ihre Rippen, als ob es gegen unsichtbare Fesseln anschlug. „Leon,“ hauchte sie, ihr Blick suchte den seinen, wollte irgendwo Halt finden, doch stattdessen verlor sie sich in der Tiefe seiner Augen.

„Du bist anders als ich dachte,“ murmelte er und senkte die Stimme noch mehr. „Veränderst die Regeln, nur durch deine Anwesenheit.“

Ein bitteres Lächeln zuckte um ihre Lippen. „Vielleicht sind die Regeln nicht für uns gemacht. Nicht für mich.“

Der Abstand zwischen ihnen schmolz dahin, und plötzlich stand er so nah, dass sie die Wärme seiner Haut durch den dünnen Stoff ihres Kleides spüren konnte. Ein Flüstern des Verbotenen schlich sich in ihre Stimme: „Warum fühlt sich das so falsch und gleichzeitig so richtig an?“

Leon hob die Hand und strich sanft über ihre Wange, eine Geste, so zart und doch geladen mit unausgesprochenen Versprechen, dass Emilia kurz den Verstand verlor. Sie schloss die Augen, ließ sich von dem Strom aus Anspannung und Verlangen überfluten, der sich durch jede Pore ihres Körpers zog.

„Das ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir die Kontrolle verlieren,“ flüsterte er, „aber bist du bereit, ihn zu zahlen?“

Sie öffnete die Augen wieder, blickte ihm direkt in die dunkel funkelnden Pupillen. Eine bittere Ahnung mischte sich mit dem Drang, ihm näherzukommen. „Ich weiß nicht, ob ich es kann. Oder ob ich es will.“

Leon ließ seine Hand langsam sinken, zog sich kaum merklich zurück, doch die Spannung blieb wie ein schwerer Schleier zwischen ihnen. Sein Blick wurde härter, entschlossener. „Wir haben einen Vertrag, Emilia. Überblicken wir nicht, was wir unterschrieben haben.“

Ein Kloß formte sich in ihrem Hals. Der Vertrag – das unsichtbare Band, das Vernunft und Verlangen gleichermaßen ausschrieb. Und dennoch klopfte ihr Herz lauter, als wolle es die Ketten sprengen.

„Vielleicht ist das hier mehr als nur ein Vertrag,“ sagte sie zögernd, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern, „vielleicht ist es ein Anfang.“

Leon lächelte diesmal, doch es war ein Lächeln mit scharfen Kanten, als hätte es schon zu viele Geheimnisse verschlungen. „Dann müssen wir vorsichtig sein, Emilia. Vorsichtig, was wir erlauben, in die Dunkelheit zu treten.“

Die Stadtlichter flossen durch die Fenster hinein, als wollten sie jedes noch so kleine Detail des Moments festhalten. Die Distanz schien sich zu verringen, doch zugleich wuchs das Gewicht dessen, was unausgesprochen zwischen ihnen hing.

Emilia spürte, dass sie auf einem Drahtseil balancierte – zwischen Verlangen und Warnung, Nähe und Entfernung, Freiheit und Fessel.

Ein plötzliches Klopfen an der Tür riss sie aus dem Bann. Beide zuckten zusammen, Herzschläge prallten laut in der Stille. Leon war der Erste, der den Kopf drehte, seine Augen blitzten scharf.

„Wer könnte das jetzt noch sein?“ murmelte er.

Ohne eine Antwort abzuwarten, schritt er zur Tür, öffnete sie nur einen Spalt und verhinderte so, dass das hereinkommende Schattenlicht sein Gesicht vollständig entblößte.

Emilia stand noch immer da, das Gefühl von Wärme auf ihrer Haut, das nach mehr verlangte, und die Furcht davor, hinabgezogen zu werden in ein Geflecht, das sie längst hätte meiden sollen.

Ihr Atem ging stoßweise. Konnte sie diesen aufkeimenden Gefühlen widerstehen? Oder war sie bereits verloren?