NoveliqaVertrag der Herzen – Zwischen Macht und Leidenschaft / Gefährliche Nähe :0%
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Chapter 5

Gefährliche Nähe

Kapitel 5 – Gefährliche Nähe

Ihr Herz klopfte dumpf, fast wie ein Echo in der schwindenden Stille, während Victor Lang’s Blick sie wie ein Messer durchbohrte. Für einen Moment schien die Welt um sie zu zerbrechen – die glitzernden Kronleuchter, der weiche Teppich unter ihren Füßen, selbst die sanfte Brise, die durch das offene Fenster hereindrang, tauschten ihre beruhigende Vertrautheit gegen einen eisigen Hauch von Gefahr.

Emilia atmete tief ein, zwang ihren Körper zur Ruhe, während eine kalte Spannung in ihr zu kriechen begann, messerscharf und unbarmherzig. Sie wusste nicht mehr, ob Victor Lang ihr Feind oder Verbündeter war. Ein Schatten war zwischen ihnen gefallen, und sie sah die Lüge in seinem Blick, verdeckt unter einer Maskerade der Kontrolle.

Ein leises Klopfen an der Tür riss sie aus dem Moment. Sie wandte sich ab, ihr Blick suchte Zuflucht auf dem Gang, doch statt Freiheit fand sie nur ein noch dunkleres Geheimnis.

Jonathan stand im Türrahmen.

Seine Augen waren weit geöffnet, als hätten sie zu viel gesehen. Doch da war auch etwas Anderes – etwas Zerbrechliches, das Emilia in den letzten Tagen nie an ihm gespürt hatte. Eine Verletzlichkeit, die sich wie ein dünner Riss durch seine sonst so undurchdringliche Fassade zog.

„Emilia...“, seine Stimme war rau, kaum mehr als ein Flüstern, das die Stille zerriss.

Sie schluckte. „Jonathan. Was... was ist los?“

Er schritt ein paar Schritte näher, blieb dann abrupt stehen, als hänge etwas unsichtbares wie ein unsichtbarer Vorhang zwischen ihnen.

„Ich... ich weiß nicht, wie ich das sagen soll,“ begann er stockend, seine Hände verkrampften sich aneinander. „Da ist etwas, das du nicht wissen darfst. Etwas, das… alles verändern könnte.“

Ein seltsames Frösteln kroch ihre Wirbelsäule hinauf. Warum wich er ihrer Nähe aus, in jenem Moment, in dem sie es am meisten brauchte? Emilia wollte festhalten, antworten verlangen, aber die Worte verhakten sich in ihrem Hals.

„Warum so geheimnisvoll?“ Ihre Stimme war scharf, doch innerlich zersprang sie an der Verwirrung. „Du bist nicht der Mensch, den ich zu kennen glaubte, oder?“

Jonathan hob die Hand, versuchte, sie zur Beruhigung zu heben, aber sein Blick wandte sich ab. „Ich versuche nur, dich zu schützen.“

„Vor was?“ Ihr Herz zog sich zusammen, wild und unkontrolliert.

Er presste die Lippen zusammen, als kämpfte er einen inneren Kampf. „Es gibt Dinge, die du lieber nicht herausfinden solltest. Wenn du wirklich sicher sein willst… solltest du Abstand halten.“

Emilia spürte, wie sich ein quälendes Zweifel-Geflecht in ihr festsetzte – wie kann dieser Mann, den sie fast schon vertraut hatte, so viel vor ihr verbergen? Warum musste die Nähe, die sie suchte, sich ständig in Abweisungen auflösen?

Jonathan machte einen Schritt zurück. „Bitte. Vertrau mir.“

Doch da war schon der erste Riss.

Ihr Blick verfolgte, wie er sich dem Fenster zuwandte, das Mondlicht sein Profil zerkratze wie einen blassen Schatten. Seine Hände zitterten kaum merklich, als er die Scheibe berührte.

Emilia schloss die Augen für einen Moment. Sie wollte ihn herausfordern, zwingen, ihr Wahrheit zu gestehen. Aber da war Stolz – und das Wissen, dass manche Antworten ein tödliches Spiel ankündigen.

„Jonathan...“ Ihre Stimme verlor die Schärfe, wurde weich, fast flehend.

Er wandte sich ruckartig um, so als hätte er sämtliche Kontrolle in jenem Augenblick verloren.

„Es tut mir leid“, sagte er leise, „Ich darf nicht... Ich kann nicht.“

Emilias Finger krallten sich an den Stuhl fest, ihr Atem stockte.

Was verbarg Jonathan vor ihr – und warum wich er jeder Nähe aus?

Ein Schatten kroch über sein Gesicht, und in seinen Augen schimmerte ein Spiegelbild, das mehr Schmerz zeigte, als Worte je ausdrücken konnten.

Die Tür fiel leise ins Schloss.

Und mit ihr versank die letzte Hoffnung auf Klarheit in einem Meer aus Schweigen.

Ende Kapitel 5