NoveliqaVertrag der Herzen – Zwischen Macht und Leidenschaft / Eine unheilvolle Bedrohung :0%
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Chapter 13

Eine unheilvolle Bedrohung

Kapitel 13 Eine unheilvolle Bedrohung

Das Schloss klickte, die Tür gab einen Spalt breit nach und schleuderte eine kalte Düsternis in den flackernden warmen Schein des Flurs. Emilia stand bewegungslos, das Herz hörbar gegen ihre Rippen trommelnd, die Fingerspitzen noch blutleer und taub vom Griff der Klinke.

Ein Schatten glitt durch die schmale Öffnung, schwer und lautlos zugleich.

„Emilia.“ Eine Stimme, so tief und samtig wie schwarzer Samt, doch schneidend wie ein Messer unter Glas.

Victor Lang.

Sein Blick war hart, unergründlich, als er die Tür voll aufstieß und den Raum betrat. „Du weißt, warum ich hier bin.“ Sein Tonfall war mehr Befehl als Frage. Kühle Macht, die sich wie eine Lawine über alles legte.

Sie zwang sich, nicht zurückzuweichen, obwohl jeder Zentimeter ihrer Haut die Alarmsignale aussendete. Die Erinnerung an die letzten Tage brannte wie ein glühender Schmerz in ihrer Brust. Jedes Wort, das sie in den Artikeln schrieb, hatte eine Reaktion ausgelöst – eine Rückkehr in ein gefährliches Spiel, dessen Regeln Victor schrieb.

„Ich schweige nicht“, erwiderte Emilia mit einem Zucken der Lippe, das keine Angst, sondern Trotz verriet.

Victor lächelte sparsam, ein Lächeln ohne Wärme. Er machte zwei Schritte vor, seine Präsenz füllte den Raum bis in die dunkelsten Ecken. „Du unterschätzt, wie weit ich gehen kann.“

Die Luft zwischen ihnen schien zu vibrieren, schwer von unausgesprochenen Drohungen. Emilia spürte das Gewicht seiner Worte wie einen kalten Griff an ihrem Kragen. Dach des Glücks, das sie sich so mühsam zusammengeflickt hatte, drohte zu zerbrechen.

Plötzlich blitzte etwas zwischen seinen Fingern auf – ein winziges, schwarz glänzendes Gerät, kaum größer als ein Feuerzeug. „Eine kleine Erinnerung daran, was passiert, wenn du zu forsch wirst.“

Emilias Augen weiteten sich, als der Klick eines Aktivierungsgerätes schnarrend durch den Raum schnitt. Das Summen eines Störsenders füllte die Stille, schob ihren Verstand in eine Beklemmung.

„Du bist nicht sicher, Emilia. Nicht mehr“, flüsterte Victor. „Diese Geschichte endet hier. Für dich.“

Ein Klopfen. Sechs schnelle Schläge an der Tür. Laut, fordernd. Jemand draußen. Emilia wandte den Blick ab – doch Victor blieb regungslos, wie eine Statue aus Stahl und Schatten.

„Lass mich gehen, Victor.“ Ihre Stimme war fest, trotz des pochenden Adrenalins.

Er lachte leise, ein Geräusch, so dunkel, dass es in ihrem Körper ein Echo hinterließ. „Du gehst nirgendwohin. Nicht ohne meinen Segen.“

Das Herz klopfte, schmerzhaft laut, die panische Notwendigkeit zu fliehen wuchs wie Feuer in ihrem Magen. Doch bevor sie sich bewegen konnte, spürte sie den harten Griff seiner Hände an ihren Handgelenken. Eisenwarm. Unnachgiebig.

„Wer war das?“, fragte Victor und neigte den Kopf in Richtung der Haustür.

Emilia wollte lügen, wollte ihre Stimme erheben, aber das beklemmende Summen der Apparatur lähmte jede Regung. Ein kaltes Gift kroch in ihre Adern.

Die Tür wurde aufgerissen. Zwei Männer in schwarzen Anzügen stürmten herein, ihre Gesichter undurchsichtig hinter Sonnenbrillen. Sie trugen keine Waffen, doch jede Bewegung sprach von tödlicher Effizienz.

„Der Fahrer hat uns alarmiert“, sagte einer kurz angebunden, die Finger fest an der Waffe, die unter dem Jackett verborgen war.

Victor nickte knapp. „Nichts, was wir nicht erwarten.“ Er ließ Emilias Handgelenke los. Sie rieb die Haut und starrte ihn an. „Du sollst verschwinden. Es ist das letzte Mal, dass ich dich warne.“

Doch Freiheit bot er ihr nicht. Stattdessen stand er nun zwischen ihr und der Tür, ein lebendiger Wall.

Der andere Mann trat vor und hielt Emilia einen kleinen Zettel entgegen. „Eine Nachricht, Miss Neumann. Von Ihren Freunden draußen.“

Sie faltete das Papier langsam auf. Die Worte brannten sich in ihr Gedächtnis: Du bist in großer Gefahr. Vertraue niemandem.

„Wer kann ich noch trauen?“, flüsterte sie, auch wenn niemand eine Antwort gab.

Victor verengte die Augen, nickte dann seinen Männern zu. „Verbringen wir sie… an einen sichereren Ort.“

Ein Schauer lief Emilia über den Rücken. Sie wollte schreien. Kämpfen. Rennen. Doch ihre Beine gehorchten nicht.

Als sie abgeführt wurde, hörte sie kaum noch die Stimmen, sondern nur den dumpfen Schlag ihres eigenen Atems.

Im Flur warfen Schatten lange Spuren auf den Boden. Schritte hallten, die Welt schrumpfte auf diesen Moment zusammen.

Dann die kalte, beklemmende Enge eines Fahrzeugs, dessen Fenster schwarz getönt waren – ein Gefängnis auf Rädern.

Emilia drückte die Stirn gegen das kühle Glas, blickte in die finstere Stadt, die an ihr vorbeizog.

„Werde ich dem entkommen?“, dachte sie. „Oder ist mein Schicksal besiegelt?“

Das Klingeln ihres Handys schnitt durch die Stille. Ein unbekannter Anrufer. Zögernd nahm sie ab.

Eine Stimme brach durch den Schatten: „Emilia, du musst stark bleiben. Ich komme – aber nicht bevor sie uns nicht finden.“

Ein letzter Blick aus dem Fenster – die Skyline, hell und verlockend, doch von einer unsichtbaren Dunkelheit durchzogen.

Dann die plötzliche Kurve des Wagens, ein Aufschrei fremder Geräusche – und das Gefühl, in einem Netz zu ersticken, aus dem kein Entkommen scheint.

Das Leben hatte die Waage erschüttert. Und Emilias Kampf hatte gerade erst begonnen.

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Das nächste Geräusch: Das Klirren der Scheibe, das knirschende Metall.

Wird Emilia dem Angriff entkommen – oder ist sie verloren?