NoveliqaVertrag aus Verlangen: Billionärs Geheimnis / Die erste Gefahr :0%
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Chapter 6

Die erste Gefahr

Lena stand noch immer reglos da, die kühle Luft schien nun schwerer, dichter, als würde sie gleich auf sie niederbrechen. Das Summen ihres Handys hallte in ihren Ohren nach, ein kaltblütiger Funke in der Stille, der alles veränderte. „Es beginnt.“ Ein winziges Wort – und doch detonierte es wie eine Brandbombe in ihrem Brustkorb.

Ihre Finger zitterten leicht, als sie das Handy in der Hand hielt, der Bildschirm glühte bläulich im Halbdunkel des späten Abends. Sie presste die Lippen zusammen, versuchte, das plötzlich wild pochende Herz zu bändigen. Jeder Schatten in der Wohnung schien sich zu verdoppeln, und das vertraute leise Knarren der Dielen unter ihren Füßen klang fremd, bedrohlich.

Das Adrenalin schoss durch ihre Adern: Das war kein bloßer Hinweis. Das war eine Warnung. Keine Erinnerung an eine verpasste Chance – ein unmissverständlicher Fingerzeig auf die tödliche Präsenz, die jetzt direkt vor ihrer Tür lauerte, vielleicht sogar im Inneren.

Als sie die Luft einatmete, spürte sie, wie sie sich veränderte: plötzlich frostig und greifbar – wie aus Eisen gegossen. Die Erinnerung an den vergangenen Moment zog sich wie ein Gespenst durch ihr Bewusstsein.

Ein leises, kaum hörbares Klirren—ein Geräusch von außen. Sie fuhr herum. Die Wohnungstür. Ein Schatten huschte vor dem Flurlicht, sah aus wie ein dunkler Strich gegen die schneidende Nacht.

Lena’s Herz hämmerte so laut, dass es ihr erschien, als täte es das ganze Haus durchdringen. Sie griff hastig nach der Vase auf dem Beistelltisch, ihren einzigen improvisierten Schutz. Doch da – ein messerscharfer Schrei durchschnitt die Luft, gepaart mit einem metallischen Knall.

Im nächsten Moment wurde die Tür aufgerissen. Ein maskierter Mann stürmte herein, die Bewegungen brutal und zielstrebig. Lena duckte sich, spürte, wie ihre Knie anschlugen und Atem stockte.

„Los!“ rief sie heiser, „Was willst du?“

Die dunkle Gestalt sprach nicht. Mit einem Satz sprang er näher, der Raum flackerte für eine Sekunde nur noch im grellen Licht eines vorbeihuschenden Autoscheins. Lena weichte zurück, stolperte gegen den Schreibtisch. Ihr Herz raste, die Zeit zog sich in gleißenden Dehnungslinien.

Sie konnte die Kälte des Messers gerade noch an ihrer Haut spüren, als jemand mit einem plötzlichen Kraftakt den Angreifer an der Schulter packte und ihn mit einem markerschütternden Fluch gegen die Wand rammte. Der maskierte Mann verlor den Halt, sprang wieder zurück ins Dunkel.

Lena rang nach Luft, spürte, wie Tränen ihre Sicht trübten. Ihre Rettung stand bleich, atemlos vor ihr – Sebastian.

Er blickte auf den Angreifer, der noch einmal kurz innehielt, dann das Weite suchte.

„Warum…?“ Ihre Stimme brach.

Sebastian zog sie dicht an sich. „Schweig, jetzt nicht. Es ist nicht vorbei.“ Seine Augen funkelten kalt und unnahbar.

Lena wollte gerade fragen, wie er von dem Angriff wusste, von der Bedrohung – aber die Antwort kam schneller, als sie denken konnte. Sebastian zog sein Handy hervor, eine SMS blinkte auf: „Felix ist längst nicht die letzte Gefahr.“

Ein kalter Schauer kroch ihre Wirbelsäule hinauf. Sie hatte gewusst, dass Felix gefährlich war – aber hier und jetzt drängte sich die Wahrheit in Lena, als wäre sie ein glühender Dolch: Die Gefahr war nicht ein ferner Schatten, sie war näher, in ihnen, in ihm.

Sie sah ihn an, in die harten Konturen seines Gesichts, ein Funke von Panik mischte sich in ihren Blick. Plötzlich offenbarte Sebastian seine andere Seite – die sie nie gesehen hatte. Der Mann, der vor ihr stand, war kein Retter in Weiß. Es war ein Jäger.

Sebastian’s Lächeln, schmal und eisig, raste wie ein Schnitt durch die Dunkelheit: „Wir müssen zurückschlagen. Bevor sie es tun.“

Lena spürte, wie sich etwas in ihr zusammenzog: Angst, Abscheu – und ein dorniger Funke unbändiger Entschlossenheit. Das Spiel hatte begonnen. Doch diesmal war es kein Spiel mehr.

Der Raum schien sich um sie zusammenzuziehen, während die Finsternis durchsickerte. Sebastian’s Blick veränderte sich, seine Hände ballten sich zu Fäusten. Er war bereit, alles zu tun – um Lena zu beschützen. Aber zu welchem Preis?

Und während die Nacht in die Wohnung kroch, wusste Lena: Sie standen am Abgrund. Ein einziger Fehltritt, und sie würden ihn nicht mehr erreichen.

Ein leises Knarren. Die Tür zum Flur bewegte sich erneut.

Lena erstarrte. Sebastian zog eine Waffe aus seinem Mantel – kalt, präzise, skrupellos.

Noch bevor sie ein Wort sagen konnte, legte er den Finger an den Abzug.

Das Licht flackerte zum letzten Mal, dann: Stille.

Der Schatten draußen löste sich auf. Doch Lena ahnte, dass die wahre Bedrohung gerade erst begonnen hatte.