NoveliqaVerkauft fürs Glück: Liebesvertrag mit dem Milliardär / Das dunkle Familiengeheimnis :0%
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Chapter 7

Das dunkle Familiengeheimnis

Der kalte Hauch der Nacht kroch durch das geöffnete Fenster, ließ die dünnen Gardinen wie gespenstische Schleier flattern. Lena saß reglos auf dem breiten Ledersofa, die Finger um den zerschlissenen Stoff ihres Mantels gekrallt. Ihr Herz pochte so laut, dass es ihr wie ein Schlag in den Brustkorb vorkam.

Viktor stand am Fenster, blickte hinaus in die breite Lichterflut Berlins, doch seine Schultern zogen sich leicht zusammen. Ein Schatten, so schwer und greifbar, lag auf ihm. Sie hatte ihn vor wenigen Augenblicken beobachtet—einen kurzen Moment, in dem die Fassade gebrochen war, in dem hinter der stolzen Ruhe eine tiefe Furcht blitzte, dunkler als die Nacht selbst.

„Warum schweigst du?“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, die Frage fast verzweifelt.

Er drehte sich langsam um, die blauen Augen wild und doch leer. „Manche Dinge... sollte man besser vergessen,“ murmelte er, aber das Zittern, das seine Lippen umspielte, sagte etwas anderes.

Lena sprang von ihrem Platz auf, trat einen Schritt auf ihn zu, spürte die Wärme, die von ihm ausging—doch keine tröstende Wärme, eher ein warnendes Vibrieren.

„Du kannst mir nicht entkommen, Viktor. Nicht hier, nicht bei mir.“ Ihre Stimme gewann an Kraft, riss an der unsichtbaren Mauer, die er um sich gebaut hatte.

Er ballte die Hände zu Fäusten, als wollte er etwas Zerbrechliches darin zerdrücken, bevor es ihm endgültig entglitt. „Es ist nicht deine Last, Lena. Dieses Dunkel gehört nicht in deine Welt.“ Seine Stimme brach.

Und dann stand sie da, im flackernden Schein der Straßenlaternen, und erkannte, dass Viktor von etwas verfolgt wurde—etwas, das nicht aus dieser Gegenwart stammte. Ein Geheimnis, das so tief unter der Oberfläche lag, dass es alles zu verschlingen drohte.

Seine Augen senkten sich, und mit einem letzten, verzweifelten Blick in ihre Richtung sagte er leise: „Ich wünschte, ich könnte dir erklären, warum ich dieses Leben gewählt habe. Aber manche Narben sind unsichtbar, Lena. Und manche Geister lassen sich nicht vertreiben.“

Die Stille wurde von einem Klopfen an der Tür zerrissen. Beide erstarrten.

Lena sah Viktor an. Seine Hand zuckte, als wollte er sich vergewissern, dass die Waffe an seiner Seite noch da war.

Hinter der Tür ertönte eine klare, unangenehm vertraute Stimme: „Viktor, wir müssen reden.“

Im selben Moment fing das schwenkende Licht eines Autoscheinwerfers die Szene im Raum ein, warf lange Schatten auf die Wand—Schatten, die viel zu viel von der Vergangenheit verrieten.

Ein kalter Schauer lief Lena über den Rücken. Sie wusste, jetzt begann die Zeit der Wahrheit. Und die Dunkelheit aus Viktors Kindheit würde nicht länger schweigen.