NoveliqaVerkauft fürs Glück: Liebesvertrag mit dem Milliardär / Die Öffentlichkeit wartet :0%
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Chapter 4

Die Öffentlichkeit wartet

Lenas Herzschlag rauschte ihr laut in den Ohren, während sie in diesem Moment des unerwarteten Aufbruchs der echten Emotion zwischen ihnen verharrte. Viktor stand nur einen Atemzug entfernt, seine stahlblauen Augen immer noch weich, fast zerbrechlich.

Dann, wie von einer unsichtbaren Macht getrieben, räusperte er sich und drehte den Kopf weg, als wolle er die Schwäche in sich selbst auslöschen. „Wir sollten das nicht zeigen“, murmelte er, seine Stimme ein leises Knurren, halb gegen sich selbst gerichtet. „Nicht jetzt. Nicht hier.“

Lena nickte kaum merklich, ihr Blick noch immer an seinem gefangengenommen. Der Zauber zerfiel, die kalte Realität kroch zurück unter ihre Haut. Sie musste stark sein, musste dieses Spiel gewinnen.

In Viktors luxuriösem Penthouse, mit der gläsernen Stadt unter ihnen, begann das eigentliche Schauspiel erst. Sie standen vor dem Spiegel, zwei perfekt gekleidete Figuren, die eine Illusion atmeten: das perfekte Paar, die finanzielle Allianz, die öffentliche Fassade.

„Wir brauchen ein Statement“, sagte Viktor, seine Stimme wieder fest, kalkuliert. „Etwas, das niemand anzweifelt.“

Lena fixierte ihr Spiegelbild. Das Make-up saß, die verführerische Eleganz in ihrem Blick war echt – doch sie wusste, es war eine Maske, um ihre Unsicherheit zu verbergen. „Ich spiele diese Rolle schon mein ganzes Leben“, entgegnete sie scharf. „Sagen wir, die Welt erwartet von uns eine Geschichte – also lassen wir sie glauben.“

Viktor grinste dünn. „Genau. Glamour, Liebe, Stabilität. Und keine Fragen.“

„Eine perfekte Fassade“, wiederholte Lena leise, ihr Fingerspitzen zitterten leicht am perlenbesetzten Kragen ihres Kleides. „Aber was passiert, wenn jemand anfängt zu bohren?“

„Dann haben wir Antworten“, erwiderte Viktor, während er eine Zigarette anzündete und den Rauch langsam ausstieß. „Oder wir ersticken die Fragen, bevor sie zu laut werden.“

Das Wohnzimmer war in wärmendes Dämmerlicht getaucht, doch die Schatten an den Wänden schienen zu flackern, als hätten sie ihre eigene, unheilvolle Agenda.

„Was, wenn Clara uns nicht in Ruhe lässt?“ Die Spitze in Lenas Stimme war unverkennbar, ihr Blick suchte den seinen.

Viktor biss die Lippen zusammen, dann nickte er langsam. „Sie ist ein Schachzug, den ich längst berücksichtigt habe. Aber lass dir eines gesagt sein: Wenn sie gegen dich vorgeht, kämpfe ich zurück. Mit allen Mitteln.“

Lena spürte, wie sich ihre Wangen heiß anfühlten. Es war ein Versprechen, ja – doch auch eine Warnung.

Plötzlich vibrierte Viktors Handy auf dem Sideboard. Er griff danach, sein Gesicht zog sich zusammen, als er die Nachricht las.

„Wir müssen vorbereitet sein“, sagte er nur und übergab ihr das Gerät, auf dem eine Aufnahme abspielte.

Das Video zeigte sie beide – sie, vom Balkon aus gesehen, in der Umarmung von Viktor, ein Bild, das die perfekte Harmonie suggerierte. Doch dann schwenkte die Kamera schnell, ruckartig, und fing eine dunkle Gestalt ein, die im Schatten stand. Jemand, der sie beobachtete, heimlich, mit kalten Augen.

„Wer...?“ Lena flüsterte, ein eisiger Schauer kroch ihre Wirbelsäule hinauf.

„Ich weiß noch nicht genau“, antwortete Viktor düster. „Aber es ist jemand, der uns nicht nur sehen will. Sondern uns zu Fall bringen.“

Das Bild flackerte, der Schatten löste sich in der Dunkelheit auf – zurück blieb nur die scharfe Frage in der Luft.

Wer beobachtete sie, und weshalb? War es ein Freund, ein Feind oder etwas dazwischen?

Und während die Stadt unter ihnen weiterpulsiert, ahnten sie – heute Nacht würde nichts mehr so sein, wie es schien.