NoveliqaVerbrannte Herzen: Von Feinden zu Feuer / Ein Schatten aus der Vergangenheit :0%
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Chapter 7

Ein Schatten aus der Vergangenheit

Kapitel 7 Ein Schatten aus der Vergangenheit

Emilia spürte, wie der letzte Nachhall des Schreis noch in ihrem Ohr vibrierte—ein dumpfes Pochen, das sich in die Stille ihres Apartments fraß. Ihre Finger krallten sich in den Stoff des Sessels, unter ihr eine Kälte, die plötzlich von innen kam. Das Adrenalin begann langsam, sich in lähmende Erschöpfung aufzulösen.

Sie blinzelte, um die verschwommenen Konturen der Gegenstände um sie herum zu fokussieren. Die elegante Vase auf dem Beistelltisch schien plötzlich bedrohlich zu kippen, das Kerzenlicht warf lange, zuckende Schatten, die wie stumme Zeugen über ihren Schultern hingen.

Ein klackendes Geräusch drang durch die Stille—das ihr Herz schneller schlagen ließ. Irgendwo auf der Fensterbank, neben dem Glas mit halb leerem Rotwein, lag ein kleines, zusammengefaltetes Papier. Emilia riss es hastig auf.

Dunkle, unsaubere Buchstaben zeichneten sich auf dem vergilbten Blatt ab:

„Du glaubst zu wissen, wer du bist. Doch nicht alle Feinde tragen offene Gesichter. Schau hinter die Bühne. Sie applaudieren dir – aber nur, wenn du fällst.“

Eine kalte Welle kroch ihre Wirbelsäule hoch. Die Handschrift war ihr vage bekannt; die krakelige Neigung der Buchstaben, das wonnige Zittern, das nur jemand mit Furcht oder Wut hervorbringen konnte.

Emilia presste die Lippen zusammen, als die Angst ihr erneut in den Nacken krabbelte. Wer in ihrem Umfeld konnte ihr so heimlich und doch so persönlich drohen?

Draußen klang das Echo von Autohupen und entfernten Gesprächen, nichts ahnend vom psycho-emotionalen Gewitter, das sich hier entlud.

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Der nächste Tag war ein labyrinthartiger Tanz durch die Kunstgalerie am Alexanderplatz. Der Luftraum war dicht von Gesprächen, scherzendem Lachen und dem Wimmern der Klimaanlage.

Emilia navigierte durch helle Forumstücke, vorbei an polierten Skulpturen aus Bronze und Glas. Jeder Blick war scharf, jeder Schritt tastete nach verborgenen Fallen.

„Emilia!“ Die plötzliche Stimme war scharf wie ein Messer.

Sie drehte sich schnell um. Viktor Stein stand da, sein Blick hart, die Lippen zu einer schmalen Linie gepresst. Er trug seinen teuren Anzug wie eine Rüstung, aber da war die unverkennbare Kälte in seinen Augen, die sie nicht täuschen konnte.

„Wir müssen reden.“

Sein Tonfall war ein ambivalentes Gemisch aus Herausforderung und Verheißung, und nicht zum ersten Mal fühlte Emilia, dass hinter seinen Worten mehr lag als bloße Feindseligkeit.

„Was willst du von mir, Viktor?“, fragte sie, während ihr Herz anfing, gegen ihre Rippen zu trommeln.

Er trat näher, der scharfe Geruch von Aftershave und Zedernholz streifte ihre Nase. „Du hast Feinde, Emilia. Mehr als du siehst. Jemand spielt ein doppeltes Spiel in deinem Kreis.“ Seine Stimme senkte sich ins Bedrohliche, aber auch ins Geheimnisvolle.

„Wer?“ Ihre Stimme bebte leicht, die Neugier kämpfte gegen die aufsteigende Panik in ihr an.

Viktor sah sich um, dann kniff er die Augen zusammen. „Das weiß ich nicht genau. Noch nicht.“

Emilia spürte, wie sich jeder Muskel in ihr anspannte, als würde ihr ganzer Körper nach Flucht rufen. Doch stattdessen stemmte sie die Hände in die Hüften. „Warum sollte ich dir vertrauen?“

Ein schmerzverzerrtes Lächeln huschte über Viktors Gesicht, ehe es in Schweigen zerfiel.

„Weil dein Feind auch meiner ist.“

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Zurück in ihrem Büro bohrte die Frage nach einem Verräter in Emilias Kopf. Sie starrte auf die Aktenstapel, die Kunstkataloge, das Glas mit kaltem Kaffee. Ihre Finger küssten gedankenverloren die Papierkante eines Fotos: Sie selbst, lächelnd bei der letzten Vernissage, doch im Hintergrund eine undeutliche Gestalt.

Schnell vergrößerte sie das Bild auf ihrem Bildschirm – und da, kaum sichtbar hinter einem Vorhang aus Schatten, war eine Silhouette. Jemand, der sie beobachtete.

Das Pochen in ihrer Vergangenheit, jene Sehnsucht nach Wahrheit und Rache, pulsierte jetzt lauter als je zuvor.

Ein leises Klopfen an der Tür riss sie aus der Starre.

„Herein“, sagte sie, ohne den Blick vom Bildschirm zu wenden.

Die Tür schwang auf, und Lena, ihre Assistentin, trat ein. Ihr Blick war sorgenvoll, die Lippen blass.

„Emilia, ich… ich habe etwas gefunden.“

Emilia richtete sich auf, das Herz raste. „Was?“

Lena trat näher und legte eine Mappe auf den Schreibtisch. „E-Mails. Interne Nachrichten. Jemand versucht, deine Ausstellungen zu sabotieren – es gibt Hinweise auf falsche Lieferanten, manipulierte Verträge und…“

„…und?“ Emilia biss die Zähne zusammen.

„…und spuckende Lügenkampagnen hinter den Kulissen.“

Der Raum schien einen Spalt kälter zu werden.

Emilia schluckte, dann fühlte sie es: Das Netz zog sich zusammen. Ein unsichtbarer Gegner, der nicht offen angreifen wollte, sondern hinterhältig aus dem Schatten.

„Wer will mich sabotieren?“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

Lena hob den Blick, ihre Augen glänzten wie Glasperlen in der Dunkelheit.

„Das… wissen wir noch nicht.“

Das Klopfen an der Glastür setzte erneut ein. Trotz der klaffenden Lücke zwischen Gewissheit und Unbekanntem richtete sich Emilias Rücken durch. Dieser Kampf war noch nicht vorbei.

Doch wer verbarg sich hinter der Maske des Verräters?

Die Schatten in der glühenden Kunstwelt hatten gerade erst begonnen, sich zu bewegen.

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Ende Kapitel 7