NoveliqaVerborgene Kronen: Liebe hinter Masken / Erstürmung in der Nacht :0%
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Chapter 14

Erstürmung in der Nacht

Kapitel 14 Erstürmung in der Nacht

Das dumpfe Brummen in Claras Ohren hallte wider, als sie sich hastig aufrichtete. Die Tür, durch die Victor gerade verschwunden war, hinterließ eine klaffende Stille im prunkvollen Flur des Anwesens. Doch diese Stille war nur die trügerische Vorhut des Sturms, der bereits aufbrauste.

Ein dumpfes Geräusch ließ sie erstarren—das gedämpfte Stampfen von schweren Stiefeln auf poliertem Parkett, das Knarren sich öffnender Türen im Erdgeschoss. Clara presste die Hand fest gegen den Brustkorb, wo ihr Herz wie wild trommelte, obwohl sie sich zwang, leise zu bleiben.

„Leon!“ flüsterte sie, ihren Blick hastig suchend. Er war nicht mehr auf dem Flur. Nur das sanfte Flackern einer entfernten Lichterkette warf weiche Schatten an die Wände. Die Luft schien plötzlich kälter zu sein—nicht wegen der Temperatur, sondern weil sich das Gefühl von Bedrohung wie eine unsichtbare Schlinge um ihren Hals legte.

Sie schlich weiter, spitze Ohren jedes leise Geräusch aufsaugend. Das Geräusch wurde lauter—Schritte, Stimmen in schwerer Stimme, deren Unterton wenig Gutes verheißte.

„Sie ist hier. Durchsucht jeden Raum!“ kam eine raue Stimme von unten, hart und befehlend.

Clara schluckte. Ihr Atem war flach, jeder Schal von „Schleich dich!“, „Schnell!“ hallte wie ein Echo ihres eigenen Herzschlags. Die Finsternis im Haus verbarg nicht nur die Schatten, sondern auch die lauernde Gefahr.

Sie hastete leise die Treppe hinauf, Richtung ihres Zimmers. Wenn sie nur zu Leon gelangen könnte—doch der Flur vor ihr wurde plötzlich von blendendem Licht erhellt, als eine Taschenlampe durch den Türrahmen blitzte.

„Hier!“ röhrte eine Stimme direkt neben ihr, die kalt wie eine Klinge schnitt.

Ein Mann mit dunklem Bart und eisigen Augen griff nach ihrem Arm, so fest, dass die Haut schmerzte. Clara riss sich los, stürmte hinaus in den Gang, während hinter ihr das Krachen von zerborstenen Vasen das Ankh des Luxus zerbarst.

„Sie wird entkommen!“ knurrte jemand.

„Nicht, wenn ich sie habe.“ Der Griff packte sie erneut, diesmal zwingender, und Clara spürte, wie die Panik ihre Kehle zuschnürte.

„Leon!“, schrie sie fast, doch ihre Stimme wurde von der überbordenden Angst erstickt.

Irgendwo in einer Ecke hörte sie plötzlich ein dumpfes Geräusch—falls es Leon war, konnte er sich verteidigen? Oder war er selbst bereits gefangen?

„Du wirst nichts hören. Schweig.“ Der Mann hielt ihr den Mund zu, und die Welt verschwamm um ihre geblendeten Augen.

Claras Atemzüge wurden flacher, der kalte Stahl von Ketten schien sich in der Luft zu verdichten, in ihrem Herzen die Kälte des Verrats. Sie kämpfte gegen die Schattengestalt, deren Hände sich wie gefräßige Ranken um ihren Körper schlangen, die einzige Hoffnung ein brennendes Flackern in der Dunkelheit des Hauses: „Leon!“

Doch das Echo verhallte nur in ihren Ohren, verloren im dröhnenden Crescendo von zerborstenen Träumen.

Die Tür hinter ihr schlug krachend zu. Clara sank in den Griffen ihrer Entführer zusammen, während draußen die Nacht auf das Anwesen herabstürzte—dunkel, namenlos, zerstörerisch.

Der letzte Blick, den sie erhaschte, war Leon, der am entgegengesetzten Ende des Flurs stand—alleine, die Fäuste geballt, während die Männer auf ihn zustürmten.

Und dann wurde ihre Sicht schwarz.

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~ Ende Kapitel 14 ~