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Chapter 11

Die Maske fällt

Kapitel 11 Die Maske fällt

Das Knarren hallte in Claras Ohren nach, pulsierte regelrecht, als ihr Herz einen Schlag aussetzte. Die Silhouette kam näher. Jeder Atemzug gefror in ihrer Kehle, der Raum schien sich zu drehen, und im schwachen Licht des verlassenen Lagerraums zeichnete sich langsam das Gesicht ab.

„Leon?“

Die Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, ein zerbrechliches Hoffnungsflirren inmitten des Tumults in ihrem Kopf.

Leon trat hervor, sein Blick scharf, fast zu scharf. Die sonst so warme Aura, die sie kannte, schien verschwunden, ersetzt durch etwas Fremdes, Kühlheit, die ihr in die Haut schnitt. Er hob die Hände halb, als wolle er sich rechtfertigen, gleichzeitig ordnete sich sein Mund zu einem dünnen, kontrollierten Lächeln.

„Clara, du bist noch hier. Ich dachte, du wärest schon weg.“

Sein Tonfall war lau, beinahe sarkastisch. Klaras Augen weiteten sich, Misstrauen knisterte wie Funken im Raum. „Was machst du hier? Warum lauerst du mir nach?“

Leon tat so, als wäre das nur ein beiläufiges Gespräch, doch seine Netzhaut zuckte kurz, Zeichen unnötiger Anspannung. „Ich will nur sicherstellen, dass dir nichts passiert.“

„Ich soll dir vertrauen? Nach allem?“ Clara rückte einen Schritt zurück. Ihr Blick suchte die nächste Fluchtmöglichkeit, aber die Wand war nah, kalter Beton tastete gegen ihre Fingerspitzen. „Du bist nicht der, für den ich dich hielt.“

Leon grinste schief, die Dunkelheit seiner Augen ließ einen Schatten fallen, den sie nie zuvor gesehen hatte. „Du hast mich nie wirklich gekannt, Clara. Du bist zu naiv.“

Worte wie Messer, die langsam tiefer schnitten, während ihr Körper gegen das Erstarren ankämpfte. Sie spürte, wie der Boden unter ihren Füßen brüchig wurde — nicht nur hier, sondern in jeder Sicherheit, die sie in den letzten Monaten aufgebaut hatte.

„Warum?“

Das einzige Geräusch war das leise Tropfen irgendwo im Raum, wie eine tickende Uhr. Leon trat näher, und Claras Brust zog sich zusammen, als wolle sie den Angriff seiner Dunkelheit abwehren.

„Weil ich zu lange nur die Marionette in Victors Spiel war. Aber das ändert sich jetzt.“

Er hob die Hand, als wollte er sie berühren. „Verstehst du nicht? Ich beschütze dich — auf meine Weise.“

Clara wich zurück, schneller als ihr Verstand verarbeiten konnte. „Nein. Du bist nicht mein Beschützer. Du bist...“ Ihr Herz hämmerte, Worte zitterten auf ihren Lippen. „Du arbeitest für ihn, nicht wahr? Für Victor.“

Leons Miene erstarrte. Für einen Moment herrschte Stille, in der nur die Seele in ihr schrie.

Dann zuckte er die Achseln, ein bitteres Lachen befreite sich aus seiner Kehle.

„Du bist schärfer, als ich dachte.“

Clara fühlte, wie ihr die Welt kippte. Die Kälte, die sich ausbreitete, war nicht von draußen, sondern von innen. Sie sah hinunter auf den kalten Steinboden, suchte Halt im Chaos.

„Beweise mir, dass ich mich irre.“

Leon drehte sich um, die Schatten nahmen ihn auf, doch bevor er verschwand, vergaß er die Nachricht auf dem Tisch am Rand des Raumes.

Claras Augen fielen darauf, das Papier zerknittert, ein kurzer Blick – die Handschrift vertraut, kalte und präzise Linien.

„Clara, die Zeit läuft. Halte die Maske aufrecht – oder verliere alles.“

Unterzeichnet: Victor Lang

Ihr Herz raste. Ihre Hände zitterten, als sie das Blatt ergriff. Die Maske war gefallen. Und die Wahrheit schnitt tiefer, als jede Lüge zuvor.

Ein Schritt hinter ihr – die Tür schloss sich mit einem knallenden Laut.

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~ Ende Kapitel 11 ~