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Chapter 13

Verbotene Allianz

Kapitel 13 – Verbotene Allianz

Der kalte Hauch der Nacht kroch mir in den Nacken, trotz der drückenden Hitze, die sich in meinem Brustkorb festsetzte. Die schwere Stille im Raum lastete wie Blei auf meinen Schultern, und noch immer klangen die Worte in meinen Ohren wider, als wären sie in Rauch gefasst und sanken langsam zu Boden: »Willst du Rache? Oder Vergebung?«

Die Frage zog mir die Luft aus der Lunge. Jede Faser meiner Seele brannte, und mein Herz pochte, so laut, als würde es den Boden sprengen wollen. Um mich herum war nichts als Schatten, doch irgendwo, tief in mir, war Licht, das mir den Weg wies – oder mich in den Abgrund stürzte.

Ich wollte mich abwenden. Weglaufen von diesem verhängnisvollen Raum, von meiner Familie, von allem, was mich zermalmte. Doch dann öffnete sich die Tür mit einem leisen Klicken, und ihr Schritt hallte auf dem kalten Marmorboden.

Leona trat ein, elegant wie ein Raubtier in Seide. Das Licht, das durch das hohe Fenster fiel, zeichnete scharfe Linien in ihr Gesicht, machte ihre Züge noch härter, noch unerbittlicher. Keine Spur von Wärme, kein Zögern. Nur der kalte Glanz ihrer Augen, der mich durchbohrte wie ein Messer.

»Emil«, sagte sie, ohne jeden Gruß. Ihre Stimme war geschliffen, klar wie ein Diamant, aber doch durchzogen von etwas, das ich nicht sofort greifen konnte – es war eine Mischung aus Herausforderung und… Angebot.

Ich konnte den Druck ihres Blicks nicht länger ertragen und verbarg meine Hände in den Taschen meiner Lederjacke, spürte das grobe Leder gegen meine Haut, als wollte es mich an die Realität fesseln.

»Warum bist du hier?«, fragte ich knapp.

Leona trat einen Schritt näher, den Blick fest auf mich gerichtet. »Weil wir am gleichen Punkt stehen, Emil. Auch wenn du es nicht wahrhaben willst.«

Ein bitteres Lachen entwich mir. »Wir stehen auf verschiedenen Seiten. Du an der Spitze, ich... ein Schatten dahinter.«

»Ein Schatten, ja«, flüsterte sie langsam. »Aber jeder Schatten braucht Licht, um zu existieren.«

Die Worte hingen zwischen uns, schwer und scharf wie Eis. Das Geräusch meines schnellen Atems war das einzige, was die tödliche Stille durchbrach.

»Ich biete dir eine Allianz an«, sagte Leona und ließ ihre Stimme tief und verführerisch klingen. »Wir könnten die Familie gemeinsam kontrollieren. Zusammen sind wir unbesiegbar. Du willst Rache, richtig? Und ich… will meine Macht sichern. Unsere Ziele sind näher beieinander, als du glaubst.«

Ich starrte sie an, versuchte ihre Motive zu durchdringen. War es nur eine Falle? Ein weiterer Verrat? Oder der einzige Weg, um zu überleben?

»Verboten«, murmelte ich. »So etwas duldet niemand. Nicht in unseren Kreisen. Wir sind Feinde – Blutfeinde.«

Leona lächelte kalt. »Feinde sind nur Gefangene ihrer eigenen Vorstellungen, Emil. Denk nach. Was hast du, wenn du mich ablehnst? Ein Krieg, der uns beide zerreißt. Oder ein Platz als Schatten, ewig besiegt.«

Sie reichte mir die Hand. Die Einladung glänzte wie ein tödliches Versprechen.

Für einen Moment schloss ich die Augen, spürte das Gewicht der Entscheidung auf meiner Seele.

Vertrieb ich den Verrat mit Gewalt – oder schmiedete ich die Ketten der Macht selbst?

Das Pochen meines Herzens wurde zum Trommelfeuer.

Und dann öffnete ich meine Augen.

Würde ich ihre Hand annehmen?

Oder sie verbrennen lassen, bis nur noch Asche blieb?

Ein Rascheln an der Tür ließ uns beide erstarren.

Doch bevor jemand eintreten konnte, richtete ich meinen Blick wieder auf Leona.

»Was sagst du?«

Ein Wort schwebte in der Luft – geladen mit Hoffnung, Verrat und dem düstersten Versprechen.

Das Spiel – es hatte gerade erst begonnen.

Ende Kapitel 13