NoveliqaStaatsfeind im Schatten der Blutlinie / Spione in den eigenen Reihen :0%
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Chapter 11

Spione in den eigenen Reihen

Kapitel 11 Spione in den eigenen Reihen

Die Tür schwang knarrend auf und enthüllte einen Schatten, der sich langsam im blassen Licht des Flurs löste. Meine Sinne waren geschärft, jeder Muskel angespannt, als würde mein Körper geahnt haben, dass das nichts Gutes bringen konnte.

Leonas triumphierendes Lächeln schien für einen Moment zu verblassen, als sie den Raum sondierte. Ihr Blick blieb an mir hängen, kalt und messerscharf. „Nun, Emil“, sagte sie mit süßlich giftiger Stimme, „wie gefällt dir dein kleines Geheimnis?“

Eine Bitterkeit legte sich wie Eis in meine Brust. Verrat in den eigenen Reihen – das war mehr als eine Wunde. Es war ein gezielter Stich, direkt ins Herz meines Vorhabens.

Aber wer? Wer hatte die dunklen Schatten an sie verkauft?

Ich drückte die Tür einen Spalt weiter auf, der Besucher stand nun voll im Licht. Ein Mann in makellos dunklem Anzug, das Haar akkurat nach hinten gekämmt, doch seine Augen verrieten keine Offenheit.

„Guten Abend, Emil“, begrüßte mich der Mann trocken. „Ich nehme an, du weißt, warum ich hier bin.“

Der Raum schien zu schrumpfen, mein Herzschlag schlug wie eine Trommel im Prädationsrhythmus. Nicht jetzt. Nicht hier.

„Sag es mir“, forderte ich leise, das Adrenalin knisterte in meiner Stimme und verbarg kaum die Spannung.

Sein Lächeln war ein kaltes Messer, das die Atmosphäre in Stücke schnitt. „Die Familie hat ihre Spione überall, nicht wahr? Manche glauben, dass Loyalität käuflich ist.“

Der kalte Wind, der durch die angelehnte Tür hereinschlich, trug den Geruch von Asphalt und Gefahr mit sich. Ich spürte, wie der Plan in meinem Kopf zu rotieren begann, jeder Gedanken wirbelte um dieselbe Frage:

Wer von ihnen hatte das Vertrauen verraten?

Ich wandte mich zurück in den Raum. Schatten krochen über die Wände, jeder Winkel schien plötzlich von unsichtbaren Augen überwacht zu werden. Meine engsten Vertrauten – es konnte niemandem trauen. Jeder schien plötzlich ein möglicher Verräter zu sein.

„Du bist nicht hier, um mir zu drohen“, sagte ich gegen die Beklemmung, die mich einnahm. „Was willst du wirklich?“

Der Mann trat einen Schritt vor, und ich konnte die feine Klinge eines Messers in seiner Hand sehen, verborgen wie eine Todesschlange. Er lächelte kalt. „Informationen, mein Lieber. Informationen, die Leona brauchen wird – und die sie dir nie geben würde.“

Das Monopol von Geheimnissen, die Macht. Genau dafür war ich bereit, alles zu riskieren.

Meine Finger krallten sich um die Tischkante, ein Funken Verzweiflung und Kampfgeist mischte sich in mein Blut. „Du kannst die Wahrheit nicht einfach stehlen und sie ihr übergeben“, zischte ich. „Es gibt Dinge, die niemand erfahren darf. Nicht Leona. Nicht jetzt.“

Die Dunkelheit drückte mich nieder, aber ich war nicht bereit, mich zu ergeben. Während sich die Klingen in der Luft kreuzten, war eine Frage größer als alle Gefahr.

Kann ich die Identität des Verräters vor Leona verbergen?

Der Raum schien zu atmen, die Sekunden kristallisierten sich zu einem Moment, der über alles entschied. Dann – ein leises Knacken hinter mir.

Ein kalter Schweiß brach aus, als ich mich blitzschnell umdrehte. Die unerbittliche Maske des Verrats war näher, als ich je geahnt hatte.

Und plötzlich wusste ich: Ich war nicht nur gejagt – ich war gejagt von jemandem, den ich niemals hätte verdächtigen dürfen.

Das Messer blitzte auf, bevor ich die eigene Luft einziehen konnte.

Abbruch.