NoveliqaSchleifenjagd: Das Echo der Zeit / Geheime Daten in der Konzernzentrale :0%
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Chapter 5

Geheime Daten in der Konzernzentrale

Kapitel 5 Geheime Daten in der Konzernzentrale

Das Bild in Elias’ Hand zitterte, fast wie ein Flimmern in der Luft. Seine Finger umklammerten die Kante, während das Neonlicht der Stadt um ihn herum zu schwanken schien. Ein leises Summen kroch an seinen Ohren hoch – Maschinen, die unaufhaltsam ihre Runden drehten, während draußen die Nacht ihr kaltes Schweigen ausbreitete. Jeder Atemzug war schwer, als wolle die Luft selbst sich gegen ihn verschwören, die Erinnerung an etwas, das zerbrochen war.

Hinter ihm kratzte das Echo von Metall auf Metall, ein zischendes Geräusch, das kalt in seine Knochen sickerte. “Viktor,” flüsterte er, stolperte beinahe, der Asphalt unter seinen Füßen fühlte sich an, als wolle er ihn verschlingen. Er konnte das Gewicht seiner Schwester in der Luft spüren, eine Präsenz, die ihn gleichzeitig trieb und lähmte.

Ohne eine weitere Sekunde zu verlieren, wandte er sich um. Die Silhouette vor ihm war verschwunden. Nur der schwache Schein der Straßenlaternen spiegelte sich auf dem glatten Glas der Konzernzentrale wider. Die Fassade des Gebäudes ragte vor ihm hoch – ein Gewirr aus Stahl, Glas und kalter Technik, durchdrungen von den pulsierten Leuchtreklamen, die Versprechen von Fortschritt und Kontrolle in Neon schrieben.

Elias zog den Mantel enger um sich, spürte das raue Leder an seinen Unterarmen, den widerständigen Widerhaken seines Entschlusses. Dieses Gebäude war der Ursprung, das Epizentrum von allem, was seine Welt in eine endlose Schleife verwandelt hatte. Draylens Reich.

Der Eingang stand offen, gespenstisch wie eine klaffende Wunde. Er trat ein, die kühle Luft des Inneren schluckte die Hitze der Stadt. Hier war kein Platz für Gefühle, keine Zeit für Zweifel – nur das kalte Auge der Überwachung, das sich auf ihn richtete.

Die Lobby war ein Labyrinth aus Chrom und Glas, wo Stimmen in gedämpftem Flüstern über holographische Bildschirme huschten. Sicherheitsdrohnen patrouillierten lautlos, ihre Sensoren strahlten kaltes Licht aus, das in Elias’ Augen stach. Sein Herzklopfen schlug im Rhythmus eines vorsichtigen Tanzes.

Er zog eine kleine schwarze Kapsel aus der Tasche, eine Datenmanipulationseinheit, die er sorgfältig präpariert hatte. Ein Gerät, das Codes brechen, digitale Wände durchdringen konnte. Mit gezieltem Blick wartete er, bis die Drohne an ihm vorbeigleitet war – ein Schatten, der in der Dunkelheit verschwand.

“Verdammt, erstmal zur Datenbank,” murmelte Elias unter der maschinellen Decke. Seine Schritte hallten hohl hinter den gläsernen Wänden, während er sich der Zugriffsrampe näherte, die zum Herz des Konzerns führte: dem Hauptserverraum – der Gefängniszelle für Zeit und Wahrheit.

Vor ihm blinkte ein Panel mit schimmernden Kanälen verschlüsselter Einträge. Die elektronische Codierung war ein Teufelswerk aus Einsen und Nullen, laserpräzise gestaltet, um Eindringlinge fernzuhalten. Elias’ Hände zitterten kaum spürbar, als er die Kapsel an das Interface hielt. Ein leises Summen entglitt der Hightech-Maschine – die Zahlen begannen zu tanzen, Algorithmen zu zerfallen.

Dann öffnete sich eine Tür aus purem Licht, ein Quantensprung in die geheime Welt dahinter.

Der Raum dahinter war dunkel bis auf den kühlen Schein unzähliger Monitore, die Projektionen der Zeit in Sekundenschnelle durch ihre Linien flossen. Auf einem der Bildschirme flackerte das Bild von Viktors Gesicht – und darunter ein Ordner mit der Bezeichnung: SCHLEIFENPROJEKT_X7.

Elias’ Puls beschleunigte sich bis zum Anschlag. Dieses Projektname war ihm schon einmal begegnet, tief versteckt in Berichten und Datenfragmenten – angeblich eingestellt, doch hier, mitten unter den Quellen von Draylen, pulsierte es noch am Leben.

Er griff heran, klickte die verschlüsselten Dateien an. Passwörter wurden abgefragt, Sicherheitssysteme reagierten scharf, wie Wachhunde mit glühenden Augen. Die Zeit zog sich zusammen, als müssten Sekunden literweise verfließen. Ein Fehler, ein Geräusch – und alles wäre vorbei.

“Was verbirgt Viktor in seinen verschlüsselten Dateien?” presste Elias die Frage wie eine brennende Kohle auf seine Zunge.

Auf seinem Bildschirm öffnete sich eine Datei nach der anderen: Zeitschleifenprotokolle, genetische Manipulationsdaten, Aufzeichnungen von Menschen, deren Erinnerungen in endlosen Schleifen gefangen waren – und noch etwas anderes.

Eine Reihe von Stimmenaufnahme-Dateien. Gesprächsfetzen, in denen Viktor mit jemandem in einer dunklen Kammer sprach. Worte, die Elias bis ins Mark trafen: “Das was ich getan habe... niemand soll es erfahren. Nicht einmal du.”

Tief atmete Elias ein, während aus dem Lautsprecher eine vertraute, brüchige Stimme herausdrang – die seiner Schwester.

Und genau in diesem Moment klickte etwas hinter ihm. Eine mechanische Falle, kalt wie der Tod.

Das grelle Flackern der Neonlichter draußen verblasste gegen die rote Warnlampe, die hupend anschlug.

“Du bist nicht allein hier, Elias.”

Eine Stimme, scharf wie ein Messer.

Der Bildschirm zeigte auf einmal ein Bild von Viktor Draylen selbst – direkt, unverhohlen und bedrohlich.

Das Echo seiner eigenen Schritte hallte plötzlich wieder durch den Raum.

Das Spiel hatte gerade erst begonnen.

*

[Ende Kapitel 5 – Fortsetzung folgt...]