NoveliqaSchleifenjagd: Das Echo der Zeit / Der Auftrag des Konzerns :0%
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Chapter 2

Der Auftrag des Konzerns

Kapitel 2 Der Auftrag des Konzerns

Der Regen tropfte schwer und kalt von Elias’ Kapuze, mischte sich mit dem elektrischen Summen der flackernden Neonröhren über ihm. Jedes Tropfenhämmern fühlte sich an, als würde die Zeit selbst zögern, atemlos verharren in einem Moment, der keine Antwort kannte. Seine Finger, feucht und zittrig, umklammerten den Griff der letzten Nachricht, die auf dem winzigen Bildschirm seines Kommlacks blinkte. Eine Einladung—oder eine Falle?

Er hob den Blick. Die Skyline der Megacity war ein Flickenteppich aus pulsierenden Farben, getränkt vom bleiernen Grau des Himmels. Die Zeitschleife, dieser unsichtbare Käfig, ließ die Welt taumeln wie ein lahmer Tänzer in einem endlosen Walzertakt. Doch während er dort stand, spürte Elias eine anderen, inneren Takt—das leise Pochen einer alten Wunde, die niemals heilte.

Seine Schritte hallten trocken auf dem Asphalt, reflektierten in den Pfützen wie gespiegelte Zeitschichten. Er konnte nicht entkommen. Nicht heute, nicht morgen. Eine Stimme, tief und kontrolliert, ließ die Luft vibrieren: „Elias Kain.“

Er drehte sich um. Die Gestalt trat aus dem Schatten heraus, gekleidet in einen maßgeschneiderten Anzug, dessen Stoff das Neonlicht schluckte und doch eine kalte Aura verströmte—Viktor Draylen. Das Gesicht war kaum von der Kälte der Stadt abzugrenzen, ein Messer aus Stahl, unterlegt mit einem fast unsichtbaren Lächeln, das so gefährlich war wie ein Tanz auf dünnem Eis.

„Sie haben lange auf sich warten lassen.“ Die Stimme war weich, fast schmeichelnd, doch das Herz der Worte war hart und unnachgiebig.

„Ich hinke nicht hinterher, Viktor.“ Elias spürte, wie seine Finger sich krampften, bereit, jede Wahrheit zu packen oder zu zerreißen.

Draylen trat näher, jedes Geräusch des Regens schien zu fallen, um dem Gewicht seiner Worte Raum zu machen. „Wir brauchen dich.“

Elias’ Augen verengten sich. „Warum ich?“

Viktor lächelte dünn. „Weil du der Einzige bist, der versteht, was wir hier haben. Diese Schleife. Sie ist nicht nur eine Anomalie im System. Sie ist ein Schlüssel.“

Die Wörter hingen schwer zwischen ihnen, fielen wie Stahlfedern in das eisige Wasser ihrer Konfrontation. Elias schluckte. Er wusste, worauf Draylen hinauswollte, und die Aussicht darauf jagte ihm einen Schauer über den Rücken.

„Der Konzern will die Schleife erforschen, nutzen, kontrollieren“, fuhr Viktor fort, „wir sind an einem Punkt, an dem Zeit nicht mehr linear verläuft. Dies ist unsere Chance. Unsere Kontrolle über die Zeit.“

„Und was ist mit den Menschen? Mit den Schleifenopfern?“, fragte Elias, seine Stimme kaum mehr als ein Keuchen, als könnte sie unter der Last dieser Zukunft zerbrechen.

Draylen blickte ihn an, als erkenne er die Frage zwar, aber ignoriere sie mit einem Machtspiel, das keiner Worte bedurfte. „Kollateralschaden gehört zum Fortschritt.“

Die Worte schnitten. Elias musste sich zusammenreißen, um nicht gegen den Mann zu explodieren, dessen Ambitionen das Gefüge der Wirklichkeit selbst bedrohten.

„Du wirst beobachten, berichten, analysieren“, befahl Draylen, und aus der Innentasche seines Mantels zog er ein schmalen Datenkapsel hervor. „Die Aufgabe ist klar. Versagen ist keine Option.“

Elias nahm die Kapsel, die Oberfläche kühl und fremd gegen seine Haut. Sein Blick hob sich, die Stadt spiegelte sich in seinen geladenen Augen—eine Welt in Dauerschleife, ein endloser Albtraum aus Licht und Schatten.

In diesem Augenblick schien jede Sekunde zu zerfließen, und Elias wusste: hinter Viktors Fassade verbarg sich ein Abgrund—dunkler als jede Zeit, die er bisher kannte.

Der Regen nahm zu, verschleierte die Silhouetten, als wollten die Elemente selbst die Wahrheit verschlucken.

Ein kalter Wind durchfuhr die Straße, trug das Echo eines stillen Versprechens mit sich.

„Bist du bereit, Elias?“

Die Frage blieb unbeantwortet, doch das Spiel war eröffnet.

Und niemand konnte sagen, wie es enden würde.