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Chapter 5

Ein alter Bekannter kehrt zurück

Kapitel 5 Ein alter Bekannter kehrt zurück

Die Luft im Konferenzraum schien plötzlich schwerer, als würde sie an Gewicht zunehmen, während Maximilian Stahl dort stand, kaum mehr als einen Herzschlag entfernt. Emilia spürte, wie ein scharfer Windstoß durch den Raum schnitt, obwohl keine Fenster offen waren. Ihr Blick heftete sich auf ihn – die vertraute Kühle in seinen Augen, die längst vergangene Zeit in ihren Zügen ließ alles um sie herum verblassen.

„Du bist also wirklich zurück“, sagte sie leise, kaum mehr als ein Flüstern. Die Worte kratzteten an ihrem Stolz und an der Fassade, die sie sorgfältig aufgebaut hatte.

Maximilian beugte sich leicht vor, ein halbes Lächeln umspielte seine Lippen. „Zurück? Ich war nie ganz weg, Emilia. Du wolltest es nur vergessen.“

Sie schluckte, der Kloß in ihrer Kehle fühlte sich an wie ein Stein, der auf ihr lastete. Seine Präsenz hier, in diesem Raum – einst war er nur eine Erinnerung gewesen, verschwommen, wie eine verblasste Fotografie.

„Warum jetzt?“, fragte sie mit einem gemischten Gefühl aus Vorsicht und Neugier.

Sein Blick wurde schärfer, unergründlich. „Weil der Winter-Konzern mehr braucht als nur eine Erbin. Weil du mehr brauchst als nur alte Freunde.“

Emilia spürte, wie sich ein Strom aus Unsicherheit und Wut in ihr aufbaute. Seit dem Tod ihres Vaters war das Imperium zu einem zerbrechlichen Kartenhaus geworden, und hier stand jemand, der sich weigert, einfach beiseitezutreten. Jemand, dessen Motive in dunklen Schatten lagen — und dessen Nähe ihr Herz beunruhigte, auch wenn sie es nicht zugeben wollte.

„Was willst du von mir?“, fragte sie, das Zittern in ihrer Stimme kaum verborgen.

Maximilian trat einen Schritt näher, die Distanz schwand, und mit jedem Zentimeter schien ihre Welt sich zu verändern.

„Das Spiel hat sich verändert. Nicht nur für dich, sondern für uns beide. Ich bin nicht der Gegner, den du glaubst.“

Sie schloss für einen Moment die Augen, suchte nach Klarheit inmitten des Chaos, das er mitgebracht hatte.

Ein leises, fast verbotenes Gefühl kroch durch ihren Brustkorb: Könnte es wirklich sein, dass jemand, den sie verloren glaubte, ihr Verbündeter sein könnte? Oder war diese Nähe nur eine neue Maske im tödlichen Spiel der Konzerne?

Mit einem Mal brach Maximilian das Schweigen, seine Stimme war kaum mehr als ein dunkles Versprechen: „Emilia, erinnerst du dich an damals? An das Geheimnis, das wir geteilt haben?“

Ihr Herz setzte aus.

War es möglich, dass hinter seinen Worten eine Wahrheit lag, die mehr verband als nur Geschäftsinteressen?

Die Schatten der Großstadt zogen dichter um sie herum, die letzten Strahlen der Sonne glitten fort.

Und Emilia stand vor einer Entscheidung, die alles verändern könnte.

Die Frage schwebte in der Luft, unerbittlich und brennend:

Erkannte sie endlich die wahre, persönliche Verbindung zu Maximilian?