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Chapter 8

Die Schatten der Vergangenheit

Kapitel 8 Die Schatten der Vergangenheit

Die kühle Luft des Abends krallte sich in Laras Haut, als die glänzende Tür hinter ihr mit einem kalten Klick ins Schloss fiel. Der Raum, in dem sie sich befand, wirkte wie das Herzstück von Helix – durchflutet von Neonlicht, gesättigt von summenden Servern, deren bläuliches Glühen die Gesichter der Anwesenden in Geister verwandelte.

„Ich habe die Daten… und es sieht schlimm aus“, wiederholte die Stimme, brüchig vor Anspannung. Es war Jonas, ein IT-Spezialist aus dem inneren Kreis des Konzerns, den Lara erst vor Tagen widerwillig in ihre engste Vertrautenreihe aufgenommen hatte.

Lara starrte ihn an. Ihr Herz hämmerte, als flüssiges Blei in ihrer Brust. Schweißperlen standen auf ihrer Stirn, obwohl kein Tropfen Schweiß vom sonstigen kalten Raum zu erwarten war.

„Zeig mir alles, Jonas“, keuchte sie, ihre Stimme so fest wie möglich.

Er zog aus seinem Tablet eine Reihe von verschlüsselten Dateien hervor, die wie ein dunkles Mosaik einer Intrige aufleuchteten. Jedes Detail darin schien mit einem Stachel versehen, eingebettet in Codesequenzen und medizinischen Berichten.

„Es ist mehr als nur Korruption“, flüsterte Jonas, „sie haben… deine Krankheit nicht dem Zufall überlassen. Jemand in Helix hat bewusst Veränderungen an deinem Genprofil vorgenommen. Ein Sabotageangriff – gentechnisch... falsch therapieren lassen.“

Der kalte Griff der Erkenntnis zog Lara wortlos den Atem aus der Kehle. Ihre Augen verengten sich, harsch wie eine scharfe Klinge.

„Wer?“ Ihre Stimme war nur ein raues Flüstern.

Jonas schüttelte den Kopf. „Ich weiß nur, dass die Daten vor ein paar Monaten geändert wurden. Jemand mit sehr hohem Zugriff. Und dass die Spuren nach oben führen…“

Lara ballte die Hände zu Fäusten. Die Welt um sie herum verschwamm – die kühlen Terminals, Jonas’ besorgtes Gesicht. Alles war ein Trugbild. Sie hatte gedacht, sie kämpfe gegen eine tödliche Krankheit, gegen den unbarmherzigen Verfall ihres Körpers. Doch eigentlich war es das Imperium selbst, das ihr die Klinge ansetzte. Ein unsichtbarer Feind in den eigenen Reihen.

Plötzlich vibrierte ihr Komlink, das leise Signal schnitt durch die Spannung. Ein verschlüsselter Anruf, abgesendet aus einem unbekannten Gerät.

„Lara König“, erklang eine kalte, monotone Stimme. „Ihr Bewusstsein um diesen Verrat ist Ihr Untergang. Helix bewegt sich bereits, um Sie zum Schweigen zu bringen.“

Ein Donnerhall, lautlos und doch erdrückend, drang durch ihre Adern zusammen mit dem eisigen Entschluss: Der Kampf war persönlicher geworden. Jeder Atemzug, jeder Schritt könnte ihr letzter sein.

Sie blickte zu Jonas, die Entschlossenheit in ihrem Blick flammte wie ein Feuer, das nicht erlöschen durfte. „Wir müssen tiefer graben. Die Schatten der Vergangenheit werden uns das Gesicht zeigen, das uns verraten hat.“

Bevor Jonas antworten konnte, flackerte das Licht, und der Eingang des Raumes öffnete sich mit bedrohlichem Quietschen. Schatten bewegten sich in den Türrahmen — zu viele, zu schnell.

Lara wusste, dass hier und jetzt die Schlacht entbrannte. Ein kalter Plan, begleitet von quietschenden Stahlsocken auf poliertem Beton. Die Schatten hatten den Glaspalast überschattet.

Und ihre Stunde war noch lange nicht vorbei.