Chapter 7
Kapitel 7 Die Krankheit wird schlimmer
Das kalte Lächeln hing wie ein Gift in der Luft, als die Tür langsam ins Schloss glitt und nur noch ihr karges Klicken das dumpfe Schweigen durchbrach. Lara stand da, den Rücken zur Tür gelehnt, die Beine wie Pappkameraden, die Knie tief in den weichen Teppich eingesunken. Ein brennender Stich jagte durch ihre Brust, Handschrift der Angst, die sie mit jedem Arrhythmus härter schnappen ließ.
Ihre Finger, die gerade noch auf der glatten Kante des Schreibtischs ruhten, begannen unkontrolliert zu zittern. Die Welt schien aus Chrom und Glas zerfließen, die Neonlichter der Stadt dahinter wurden zu scharfen Blitzen, die sich in ihren Augen maskierten.
„Viktor.“ Die Stimme kam leise, rau und doch geladen — ein Messer auf Eis.
Er beugte sich vor, die Hände in die Tasche geschoben, die Stimme schmeckte süßlich wie Gift: „Tapfer? Du solltest wissen, dass tapfer nicht ausreicht, Lara. Nicht hier. Nicht bei uns.“
Lara schluckte, ihr Hals fühlte sich trocken an, als würde eine unsichtbare Hand das Atmen abschnüren. Ihr Körper war betrügerisch schwach; die Krankheit, die sich wie Schatten in ihren Zellen ausbreitete, machte sich in jeder Faser bemerkbar.
„Was willst du, Viktor?“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, doch sie wollte die Kontrolle zurückgewinnen, die ihr gerade entfloh.
Er trat einen Schritt näher, und das kalte, gleichgültige Leuchten in seinen Augen ließ Frost durch ihre Adern schießen. „Die Kontrolle über dieses Imperium. Und du befindest dich gerade im Weg.“
Larass Herz schlug schneller, nicht nur vor Angst, sondern auch aus ihrem eigenen Kampfgeiste. Das Imperium war mehr als ein Gebäude — es war ihr Lebenswerk, das Erbe ihrer Familie. Wenn sie jetzt schwächelte, war alles verloren. Und nicht nur das.
Plötzlich stach ein stechender Schmerz in ihre Seite. Die Luft verlangsamte sich, der Raum drehte sich träge, als würde ein unsichtbarer Schraubstock um ihre Rippen enger geschnürt werden. Ihre Knie gaben nach, und sie sank schwer auf einen Stuhl.
„Du bist nicht in Form, Lara.“, sagte Viktor mit spöttischem Unterton. „Fast warst du mir egal. Aber glaub nicht, dass dein Zustand dich vor mir schützt.“
Es dauerte einen Moment, bis ihr Kopf wieder klar wurde, die Schmerzen nicht überwältigender als ihr Wille. Sie richtete sich auf, zwang sich, Viktor ins Gesicht zu sehen. Genau in diesem Moment klingelte ihr Pager – ein schrilles, unerbittliches Piepen, das den Raum zerschnitt.
Sie griff hastig nach dem Gerät, die Finger kaum fähig, den kleinen Bildschirm zu bedienen. Die Nachricht war prägnant, aber jede Silbe bohrte sich wie ein Dolch in ihren Geist.
„Laborergebnisse: AKUTE BLOCKADE DER LEBERFUNKTION. SPUREN VON GIFTSTOFFEN NACHGEWIESEN.“
Zeit stockte. Laras Augen weiteten sich, während der kalte Schweiß ihre Stirn perlte. Die Krankheit, die sie seit Monaten begleitete, schien kein zufälliges Übel mehr zu sein.
Sie reckte den Kopf, suchte Viktors Miene nach einer Regung ab, doch das einzige, was blieb, war ein triumphierendes Funkeln in seiner Kälte: „Nun? Gefällt dir die neue Wendung?“
Der Raum schien zu schwanken, Geräusche verzerrten sich, und ein bitterer Geschmack breitete sich in ihrer Kehle aus — nicht nur von dem Schmerz, sondern von Verrat und Tod, der sich bereits in ihrem Körper einnistete.
„Wer hat das getan?“, flüsterte Lara, während ihr Blick in der schweren Stille haften blieb.
„Wer wohl?“ Viktor trat zurück, der Schatten fiel groß und finster über die glänzende Oberfläche des Schreibtischs. „Man nennt es..." Er grinste, ein Scherbenhaufen aus Spott und Zerstörung. „Machtspiel.“
Lara taumelte, das Fenster hinter ihr zeigte die glitzernden Türme der Stadt in der Nacht — ein Imperium aus Glas, brüchig wie ihr eigener Körper.
„Siehst du, Lara“, sagte er leise, fast freundschaftlich, „kein Imperium steht ohne Opfer.“
Als er den Raum verließ, ließ er eine eisige Leere zurück — eine Warnung, die tiefer schnitt als der Schmerz in Laras Seite.
Sie griff zum Pager, betrachtete die Nachricht mit brennenden Augen. Wer auch immer für die Giftstoffe verantwortlich war, sie waren jetzt wichtiger denn je, Beweise zu finden… oder sie zu überlisten.
Das Klacken der Tür, die sich erneut öffnete — diesmal eine unerwartete Stimme am Eingang: „Lara, ich habe die Daten... und es sieht schlimm aus.“
Ein weiterer Schatten betrat den Glaspalast der Illusionen.
Und Laras Kampf hatte gerade erst begonnen.