Chapter 8
Kapitel 8 Die Jagd beginnt
Das Echo von Viktors stummer Botschaft hallte in Laras Kopf nach – ein Flüstern aus Glas, das zerbrach und sich tief in ihre Rippen bohrte. Sie klammerte sich an den kahlen Metallrahmen des Fensters, spürte die noch warmen Finger an ihrem Handgelenk, als wäre es ein Strohhalm in einem Sturm.
Ein kalter Schauer kroch ihren Rücken hinab, während die Dämmerung der großen, nebelverhangenen Stadt sich wie blankes Blei auf die Straßen legte. Irgendetwas hatte sich verändert. Nicht nur in ihr, sondern in der Luft zwischen den Schatten.
Der klingelnde Ton des Telefons zwischen ihren Fingern war das letzte, was sie hörte, bevor die Tür hinter ihr zischend ins Schloss fiel.
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Laras Atmung war schwer, ihr Herz schlug rasend wie ein wilder Trommelschlag gegen ihre Brust. Ihr Blick fuhr hektisch durch den düsteren Raum – kalt, klinisch, ein verstecktes Kabinett der Geheimnisse. Die Neonleuchte flackerte und tauchte das Bild eines verlassenen Labors in bleiches Licht.
Der Anruf, den sie angenommen hatte, hinterließ mehr Fragen als Antworten. Eine Stimme, leise, aber eindringlich, hatte geflüstert: „Du glaubst, du kannst entkommen, Lara. Aber wir haben dich längst gefunden.“
Kein Name. Kein Indiz. Nur pure dahinterstehende Gefahr.
Draußen im Flur knackte es – ein Schatten bewegte sich, zu schnell, zu gezielt.
Instinktiv. Lara drehte sich um, der Kampfmodus erwachte, bevor sie dachte. Das Herz schlug gegen die Brust wie ein Ertrinkender, Arme angespannt, Knie bereit zum Sprung.
Noch bevor die Tür zu ihrem Versteck aufging, spürte sie den Widerhall von Schritten, hart und entschlossen.
Dann die Bewegung – ein Blitz aus schwarzer Kleidung tauchte vor ihr auf. Ein Faustschlag traf ihren Kiefer, der Schmerz explodierte, doch Lara wich aus, rollte, rutschte mit knirschenden Fingern über den kalten Linoleumboden.
„Lara Stein!“ Die Stimme war schneidend, metallisch, ohne Vergebung.
Sie reckte den Kopf, erkannte zwei Männer in taktischer Kleidung, Gesichter halb verdeckt durch Masken, die Augen kalt wie Eis. Kein Zweifel, sie waren kein Zufall, kein Versehen. Sie waren zum Jagen hier.
Aus dem Augenwinkel sah sie, wie sich die Tür öffnete, ein dritter Verfolger trat ein, der den Angriff koordinierte. Ein Mann mit einer Narbe, die quer über sein linkes Auge zog, sein Blick durchdringend und brutal.
„Du gehörst uns“, zischte er, während Lara sich umdrehte und mit aller Kraft die Tür öffnete, hinaus in den Flur sprintete.
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Der Flur war ein endloser Tunnel aus kaltem Licht und kauernden Schatten. Ihr Herz trommelte so laut, dass sie die Schritte hinter sich kaum überhören konnte.
Die schwere Tür hinter ihr schlug zu – ein verräterisches Echo in der stillen Korridorwelt.
Lara spürte die Kälte der Wand an ihrer Hand, während sie weiterlief, rechts, dann links, als ein Knall von hinten sie drei Meter nach vorn schleuderte. Ein gezielter Schlag, ihr Atem stockte, der Geschmack von Blut brannten auf ihrer Zunge.
Doch sie konnte nicht stehen bleiben. Nicht hier. Nicht jetzt.
Der Nebel draußen war ihre einzige Chance. Sie schleuderte die Tür zum Hinterhof auf, ein bitterer, kalter Wind schoss ihr entgegen, mit der Süße von Smog und nassem Asphalt.
Der Regen begann plötzlich, wie eine Wand aus nadeligen Dornen, prasselte auf sie nieder und vermischte sich mit Schweißtropfen auf ihrer Stirn.
Sie rannte, spürte das unerbittliche Hecheln der Jäger knapp hinter sich; die Geräusche ihrer Schritte verschmolzen mit dem prasselnden Regen. Der Horizont verschluckte ihr Fluchtziel – ein verwinkeltes Labyrinth aus Gassen, Mülltonnen und vergessenen Durchgängen.
Ihr Fuß knickte auf unebenem Pflaster, der Schmerz brannte scharf, doch Lara biss die Zähne zusammen und sprang weiter.
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Sie hörte eine Stimme hinter sich, die schrie: „Halt sie!“
Doch der Ton war kein Befehl mehr, eher eine Drohung, die sich wie klaffende Wunden in ihre Ohren bohrte.
Aus dem Augenwinkel blitzte eine Bewegung – ein leuchtender Streifen, ein Messer, das im Licht glitzerte.
Instinktiv reagierte Lara, duckte sich, rutschte hinter eine Mülltonne, die Hände suchten Halt am kalten Metall.
Ein Splitter einer Glasflasche zersprang unter ihren Füßen. Die Verfolger waren näher, ihre Stimme wurde rauer, verzweifelter.
„Sie hat etwas… Sie hat alles!“
Das Klingeln eines Handys schnitt durch den Regen – eine plötzliche, fremde Stimme, die durchdringend und kalt war.
„Lara. Du bist an einem Wendepunkt. Stell dich der Wahrheit – oder verschwinde für immer.“
Ein Schrei zerriss die Nacht, begleitet von einem dumpfen Aufprall. Dann Stille.
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Lara lag keuchend hinter der Mülltonne, das Herz schlug wild gegen ihre Rippen, die Hände zitterten. Nebel kroch um ihre Beine und sog den letzten Laut der Verfolger in sich auf.
Wer steckte hinter dem Angriff? Was wollten sie wirklich von ihr?
Mit blutverschmiertem Gesicht und schmerzenden Knöcheln richtete sie sich auf – zwischen den Schatten, beim ersten Licht des kommenden Tages, war eines klar:
Die Jagd hatte begonnen. Und sie war das Ziel.
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Fortsetzung folgt...