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Chapter 7

Verborgene Verbindungen

Kapitel 7 – Verborgene Verbindungen

Der letzte Atemzug der Dunkelheit hing noch schwer in der Luft, als Lara Stein reglos auf dem kalten Laminatboden des verlassenen Ateliers lag. Ihr Herz raste, die Stichwunden in ihrer Seele dröhnten mit jedem Pulsschlag wider, während das flackernde Neonlicht über ihren verschwommenen Blick tanzte. Ein eisiger Schauer kroch ihren Rücken hinauf und mischte sich mit dem dumpfen Pochen in ihren Schläfen. Das Spiegelbild, das sie auf den Bildern gesehen hatte – hatte sie wirklich einen Bruchteil von sich selbst darin erkannt, oder war es nur ein trügerischer Schein?

Sie zwang sich zu einem leisen Keuchen, schleppte eine Hand vor, spürte den staubigen Beton unter ihren Fingern. Langsam, zögernd richtete sie sich auf, ihr Blick suchte nach einem Anker in der Dunkelheit. Irgendwo musste die Wahrheit liegen, und sie durfte nicht zulassen, dass die Fesseln der Vergessenheit sie endgültig erdrückten.

Mit wackeligen Schritten tastete sie sich zum Ausgang, der kalte Herbstnebel schlug ihr ins Gesicht, als sie die Tür hinter sich öffnete. Die Straßen der Stadt wirkten fremd und bedrohlich, jede Laterne warf lange Schatten auf die nassen Pflastersteine. In der Ferne fauchte ein einsames Auto vorbei, ein geisterhaftes Echo in der Verlassenheit.

Lara zog ihre Jacke fester um sich, die Kälte nagte an ihren Knochen – aber ihre Gedanken rasten bereits weiter. Ein Name griff nach ihr: Viktor Lang. Ihr Kollege. Immer einen Schritt zu nah, immer eine Spur zu distanziert. Eine Stimme in ihrem Hinterkopf flüsterte Zweifel, Gift, das langsam zu wirken begann. Hatte er sie wirklich beschützt, oder spielte er vielmehr sein eigenes doppeltes Spiel?

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Die Uhr an der Wand tickte monoton, als Lara sich in ihrem Büro niederließ. Die fetten Aktenstapel türmten sich neben dem Computer auf, der Bildschirm warf ein kaltes, blaues Licht auf ihr blasses Gesicht. Mit zitternden Fingern öffnete sie den Ordner, den sie am Nachmittag aus ihrem Spind in der Polizeistation geholt hatte. Innen lagen Notizen, Zeugenaussagen – und ein Foto.

Viktor Lang stand darauf, lässig an der Bar eines Treffpunkts, doch etwas an seinem Gesicht war nicht echt. Ein geübtes Schauspiel, das seine Augen verfehlte. In ihnen lag eine Härte, die Lara plötzlich mit eisigem Grauen erfüllte. Jemand, der Geheimnisse bewahrte. Jemand, der log.

Kopfschüttelnd griff sie zum Telefon, wählte seine Durchwahl. Das Freizeichen summte dreimal, bevor eine raue Stimme antwortete: „Lang.“

„Viktor, ich… wir müssen reden. Jetzt,“ sagte sie und zwang sich, ruhig zu klingen.

„Lara, es ist spät. Ich hab gerade…“

„Es kann nicht warten. Ich habe Dinge gefunden. Über dich.“

Schweigen. Dann, erstaunlich leise, ein kaum hörbarer Seufzer. „Kommt sofort.“

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Der Klang von Schritten im Flur spannte Laras Geduld auf wie eine Brücke über einen Abgrund. Die Tür öffnete sich, und Viktor trat ein, seine Augen blitzten kurz auf, ein Hauch von Nervosität durchzog sein sonst so kontrolliertes Wesen.

„Was hast du herausgefunden?“ fragte er, die Stimme geschärft, aber nicht feindselig.

Lara legte das Foto auf den Tisch, hielt seinen Blick fest. „Das ist nicht das erste Mal, dass ich etwas Unstimmiges in deinem Verhalten bemerke. Heute habe ich Beweise, dass du mich anlügst.“

Viktors Kiefer spannte sich, seine Finger trommelten rhythmisch auf dem Tisch. „Und warum sollte ich das tun, Lara?“

„Vielleicht, weil du nicht der bist, der du vorgibst zu sein. Oder weil du eine Agenda hast – eine eigene. Was verheimlichst du mir?“

Er verbarg die Wahrheit hinter einem Schatten, der noch düsterer war als die nebelverhangene Stadt um sie herum. „Manchmal muss man Menschen schützen – gerade vor sich selbst.“

Laras Stirn legte sich in Falten. „Indem du mich belügst?“

Er lehnte sich rückwärts in den Stuhl, als wollte er ihr eine Geschichte erzählen, die er tief in sich begraben hielt. „Es geht um mehr als uns beide. Um Dinge, die du nicht verstehst.“

„Sag es mir!“

Ein Lächeln, kalt und bitter zog über Viktors Züge. „Die Wahrheit ist oft gefährlicher, als du denkst, Lara. Und wenn du tiefer gräbst, findest du nicht nur Freundschaft – sondern Verrat.“

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Draußen knarrte eine Tür im Wind, ein einsames Geräusch, das den Raum in plötzliches Schweigen hüllte.

„Warum verfolgst du dann eine ganz andere Agenda?“ flüsterte Lara, die Stimme kaum mehr als ein Säuseln.

Viktor zog die Augen zusammen, sein Blick wurde scharf, wie ein Dolch, der blitzschnell zusticht.

„Weil einige Geheimnisse besser im Schatten bleiben.“

Das Telefon auf dem Tisch vibrierte plötzlich, der Bildschirm leuchtete auf: „Unbekannter Anrufer.“

Lara griff hastig danach, zum ersten Mal spürte sie, wie der Boden unter ihren Füßen ungewiss wurde. Wer hatte die Kontrolle, wenn nicht sie? Und wer war der wahre Spieler in diesem dunklen Spiel?

Mit einem letzten Blick auf Viktor, dessen Maske einen winzigen Riss zeigte, nahm sie den Anruf an.

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Fortsetzung folgt...