NoveliqaDer König der Schatten: Rückkehr des Unterweltfürsten / Das geheime Treffen :0%
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Chapter 10

Das geheime Treffen

Kapitel 10: Das geheime Treffen

Der Nachhall von Adrians letzten Worten schwebte noch schwer in Vincent Marconis Geist, während er durch die verfallenen Gassen der Altstadt schritt. Der kalte Nieselregen zeichnete schimmernde Spuren auf den dunklen Asphalt, eine trügerische Stille lastete auf der Stadt wie ein schwerer Mantel aus Blei.

Vincent wusste, dass dieser Moment mehr als nur eine Drohung war. Adrian war kein Mann, der Worte leichtfertig verstrich. „Albtraum“, hatte er gesagt — ein Schattenspiel, das sich unaufhaltsam entfalten würde. Doch Vincent war zurück, und er kannte diese Stadt besser als jeden anderen. Er würde nicht zulassen, dass Adrian ihr Herz zerreißt.

Sein Ziel lag vor ihm, verborgen in der Tiefe eines verlassenen Industriekomplexes. Die rostigen Tore knarrten leise, als er sie aufstieß, und der muffige Geruch von altem Öl und Beton stieg ihm in die Nase. Das Gebäude schien längst vergessen — ein perfekter Ort für ein Treffen, das nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt war.

Im Inneren sammelten sich die Schatten zu einer kalten Masse, die sich zwischen den zerbrochenen Fenstern bewegte. Flackerndes Neonlicht warf blasse Streifen auf Gesichter, die sowohl freundlich als auch feindlich zugleich wirkten. Jeder hier wusste, dass an diesem Abend mehr auf dem Spiel stand als ein paar Wortwechsel.

Vincent spürte das präsente Schweigen, das gelegentlich vom knirschenden Geräusch alter Fußbodenbretter unterbrochen wurde. Sein Blick fiel auf bekannte Gesichter — ehemalige Verbündete, aber auch verloren geglaubte Rivalen, die sich nun um eine gemeinsame Sache versammelt hatten.

„Vincent.“ Eine Stimme säuselte seinen Namen wie ein kalter Hauch. Er drehte sich um und sah Lara, die Anführerin der Technomafia, nah an die Wand gedrückt, die Brauen scharf zusammengezogen. „Du hast den Tod schon einmal gesehen — und bist trotzdem hier. Das sagt einiges.“

Ein flüchtiges Lächeln zuckte über Vincents Lippen, doch es war schnell wieder verschwunden. „Ich bin nicht hier, um zu sterben, Lara. Ich bin hier, um zu regieren.“ Seine Stimme war ruhig, doch sie durchdrang den Raum wie ein Skalpell.

Die Stimmung knisterte, als die Anwesenden sich auf ihre Plätze verteilten. Das Gespräch begann schleppend, zögernd, wie ein Tanz auf brüchigem Eis. Jeder Satz war eine Falle, jede Frage ein Dolchstoß in Verkleidung.

„Wir wissen, was auf dem Spiel steht,“ sagte Vincent schließlich und fuhr mit der Hand durch das dünn gewordene Haar. „Adrian will mehr als nur mein Imperium. Er will den Grundstein unter unseren Füßen zum Einsturz bringen und alles in seinem Schatten ersticken.“

Ein Mann mit einem tiefen Narbenzug über der Wange, bekannt als „Der Falke“, nickte langsam. „Und was versprichst du uns im Gegenzug für unsere Unterstützung?“ Seine Stimme war rau, unterlegt mit einer Prise Misstrauen.

Vincent lächelte schmal. „Stabilität. Sicherheit. Und die Chance, gemeinsam diesen Albtraum zurückzuschlagen.“ Seine Augen blitzten im schummrigen Licht, als er näher trat. „Denn ohne Allianz sind wir verloren — jeder von uns.“

Das Murmeln schwoll an. Zögerliche Zustimmung, aber auch offene Zweifel. Vincent sah Lara wieder, die sie alle mit einem einzigen Blick durchbohrte und dann langsam nickte.

Plötzlich ertönte ein dumpfes Knirschen — ein Geräusch, das sich wie ein Donnerschlag in den fragilen Moment bohrte. Die Tür zum Saal wurde aufgerissen.

Alle Hände zuckten instinktiv zu ihren Waffen. Im Schatten der Tür zeichnete sich eine Silhouette ab – ein weiterer Vertrauter? Oder die Vorhut eines Angriffs?

„Ein Attentat“, flüsterte Vincent wie ein Echo, als der erste Schuss durch die Luft riss. Ein schlanker Körper stürzte zu Boden, die Augen weit aufgerissen, der Mund zu einem stummen Schrei verzogen.

Doch bevor es zur Katastrophe kam, glitt eine Gestalt blitzschnell vor, packte die Waffe weg, und knallte dem Angreifer mit einer Kraft ins Genick, die den Raum erbeben ließ.

Alle Augen richteten sich auf den Retter — und Vincent erstarrte. Die Person, die das mörderische Chaos in letzter Sekunde verhindert hatte, war niemand anderes als…

…seine eigene Schwester, Elena.

Ihr Blick war stechend, von kalter Entschlossenheit erfüllt. „Nicht heute“, sagte sie knapp.

Der Raum brach in ein gespanntes Schweigen aus. Ein kurzer Blickwechsel zwischen Vincent und Elena, schwerer als jede Waffe.

Wer hatte das Attentat geplant? Und mit welchem Zweck?

Vincent wusste nur eines: Das Spiel war gerade erst begonnen — und die Schatten verschlangen alle Gewissheiten.

Ein stummer Schwur formte sich auf seinen Lippen, während das Blut der Verschwörung frisch an seinen Händen klebte.

Diesmal würde er nicht nur überleben. Er würde Herrscher sein. Um jeden Preis.

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Ende Kapitel 10.