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Chapter 9

Peinliche Wahrheiten

Kapitel 9 – Peinliche Wahrheiten

Das Klopfen hallte wie ein dumpfer Puls gegen die kalte Metalltür, zerriss die gespannte Stille in Damians Versteck. Sein Blick raste zur Tür, während seine Brust sich mit einer fast schmerzhaften Enge zusammenzog. Ein Rascheln, dann eine Stimme – ein Flüstern, das sich wie kalter Stahl in seine Nerven bohrte: „Wer da?“

Draußen keine Antwort. Nur das unbarmherzige Pochen seiner eigenen Angst, das ihm laut in den Ohren dröhnte. Damian presste die Handflächen gegen die kühle Wand und zwang sich, die Muskeln zu entspannen. Die Schwäche, die sich seit Wochen an ihm festkrallte, meldete sich unbarmherzig zurück. Jeder Atemzug schnitt scharf durch sein Innerstes.

Er spürte, wie der Schweiß seine Stirn perlen ließ; die Adern an seinem Hals schwollen an, als er versuchte, seinen Herzschlag unter Kontrolle zu halten. Die letzten Kämpfe hatten mehr von ihm abverlangt, als er zugeben wollte. Seine Kräfte waren nicht mehr das, was sie einmal gewesen waren. Noch immer lastete die Krankheit wie ein unsichtbares Gift in seinem Körper, ein Verräter in den eigenen Adern.

Damian setzte sich schwer auf die kalte Bodenplatte, seine Finger gruben sich in den kahlen Stahl. Das neonblaue Licht flackerte durch den schmalen Spalt unter der Tür und warf tanzende Schatten an die Wand – wie stumme Beobachter seiner Qual.

Plötzlich ein leises Geräusch, ein leises Kratzen. Etwas war dort draußen. Ein Schatten schlich vor der Tür auf und ab, sein Atem laut und unregelmäßig.

Damian raffte sich auf, seine Stimme brüchig, doch beharrlich: „Wer ist da?“

Keine Antwort.

Nur ein Räuspern. Dann ein krächzendes Lachen, das sich wie Pfeilspitzen in seine Sinne bohrte.

„Du hast dich verändert.“ Die Stimme war vertraut. Dunkel, kalt, gespickt mit einer sardonischen Note. „Nicht nur der Schmerz zeichnet dich, sondern auch die Schwäche in deinem Blut.“

Damians Augen verengten sich, während ein Schwall Eis durch seine Venen schoss. Die Krankheit nannte Lucian Veidt beim Namen – den Mann, der ihm nicht nur seine Krone, sondern auch sein Leben zu entreißen versuchte. Der Schattenkaiser war lebendig, aber angeschlagen.

Die Tür klickte und ein schweres Schloss verriegelte die Barriere zwischen ihnen. Lucians Stimme drang wie ein Dolchstoß zu ihm hindurch.

„Du kannst dich nicht verstecken, Damian. Die Mächte, die du fürchtest, sind in dir, und ich werde sie nutzen. Dein Körper versagt, und während du dich an deinem zerfallenden Imperium festklammerst, zerbricht auch deine Gesundheit Stück für Stück.“

Damian knirschte mit den Zähnen. Er spürte, wie die Kontrolle über seinen Körper zu entgleiten begann. Ein plötzlicher Schwindel ließ ihn taumeln, und eine kalte Welle rollte durch seinen Magen. Der Schattenkaiser, einst unantastbar, lag am Rande des Abgrunds.

„Was willst du von mir, Lucian?“ stieß er hervor, die Stimme rau.

„Mehr als du ahnst.“ Lucians Lachen. „Die Krankheit, die dich zerfrisst, ist kein Zufall. Jemand hat deine Schwäche vorbereitet, und ich werde nicht ruhen, bis du gebrochen bist.“

Damian rang die Luft. Tief in seinem Inneren spürte er ein Pochen, ein Ziehen – eine Warnung. Er wusste, dass er nicht nur gegen Lucian kämpfen musste, sondern gegen das unaufhaltsame Gift, das sich in seinen Adern ausbreitete.

Die Tür klirrte im metallenen Rahmen. Ein kleiner Umschlag schob sich darunter hindurch, die Kanten scharf und kalt. Damian hob ihn mit zitternden Fingern auf. Das Neonlicht funkelte auf der matten Oberfläche.

Eine einzige Botschaft: „Finde die Wahrheit, bevor das Blut endet.“

Der Herzschlag raste. Die Dunkelheit in ihm schien greifbar, lauerte wie ein hungriges Tier.

Damian wusste, dass die Zeit gegen ihn arbeitete – und das tödliche Geheimnis seiner Krankheit noch immer im Dunkeln lag.

Ein kalter Wind fuhr durch den Raum, als das Klopfen erneut einsetzte, rhythmisch, beharrlich.

Diesmal war es nicht draußen. Es pochte an seinem Herzen.

Kann er das Rätsel rechtzeitig lösen – oder wird der Schattenkaiser in den Abgrund stürzen, bevor die Krone wieder seinem Haupt gehört?

Das Flackern der Neonlichter ließ die Schatten tanzen. Ein letzter, scharfes Brechen im Raum – dann Ausbruch aus der Stille.

Die Tür blieb zu. Doch der Kampf hatte längst begonnen.