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Chapter 7

Der Verrat im Blut

Kapitel 7 Der Verrat im Blut

Sein Atem stolperte, rau und unregelmäßig, als Damian auf den kalten Betonboden kniete. Der dumpfe Schlag hatte mehr als nur seine Wange getroffen—es war, als hätte sich ein Messer tief in seine Brust gebohrt, seine Brustlade erstickt jeden Funken Luft. Ein bitterer Geschmack aus Eisen und altem Blut rann ihm die Kehle hinab.

Er hob den Kopf, die Neonlichter der Halle verschwammen für einen Moment zu flackernden Schleiern aus Blau und Pink. Die metallischen Schritte verhallten, näherten sich zögerlich. Ein Schatten schob sich durch die trübe Luft, eine vertraute Silhouette.

„Du solltest vorsichtiger sein, Damian.“ Die Stimme klang ruhig, fast besorgt. Doch zwischen den Worten lag ein scharfer Unterton, der wie scharf geschliffenes Glas in seiner Seele kratzte.

Es war Jara.

Die Frau, die mehr als einmal an seiner Seite gekämpft hatte. Die einst seine engste Vertraute und Beraterin gewesen war — jetzt eine Figur, auf die er sich kaum noch zu verlassen wagte.

Damian presste die Hand auf die schmerzende Wange. „Was willst du hier?“ Seine Stimme war rau, kaum mehr als ein Flüstern.

Jara trat näher, ihr Blick kalt, doch mit einem kaum wahrnehmbaren Hauch von Bedauern. „Du überschätzt die Loyalitäten in Neonstadt. Niemand ist hier frei von Verrat — nicht einmal ich, nicht einmal du.“

Ein Schaudern kroch ihm über den Rücken. Die Luft war dick von unausgesprochenem Misstrauen, als wollte der Raum selbst jeden seiner Atemzüge belauschen und verraten.

„Du solltest besser gehen“, sagte sie und hielt ihm eine silberne Kapsel hin, ihr Finger zitterte kaum merklich. „Das hier wird dir helfen. Schmerz lindern, Klarheit bringen.“

Damian kniff die Augen zusammen. Er roch den kalten Hauch von Manipulation, der von dieser Geste ausging. „Warum machst du das?“

Jara lachte leise, ihre Lippen kalt und hart wie Stahl. „Weil ich einen Weg sehe — einen Weg, der nicht dein Schatten ist. Ein Weg, den Lucian Veidt mir gezeigt hat.“

Ihr Name tropfte wie Gift in seiner Kehle.

„Lucian?“ stieß er heiser hervor, seine Hände ballten sich zu Fäusten. „Du bist auf seiner Seite? Nach allem, was passiert ist?“

Ein Funken Zorn flackerte in Jaras Augen, schnell erstickt unter einer eisigen Maske. „Nicht seine Seite. Seine Macht. Die Ordnung, die er schaffen wird. Die Stadt braucht jemanden, der härter zuschlägt als du, Damian. Deine Zeit ist vorbei.“

Damian spürte, wie der Boden unter ihm zu zerbrechen drohte. Jara — die Stütze, die Waffe, die er vertraut hatte — sie drehte ihn in den Rücken, während er blind gewesen war.

„Was willst du wirklich?“, hauchte er, die Worte eine Mischung aus Verzweiflung und kalter Berechnung.

Jaras Blick glitt zu der finsteren Ecke der Halle, wo die Schatten länger wurden, als hätten sie Leben. „Ich diene mir selbst. Aber für den Moment ist deine Auslöschung auch im Spiel.“

Damian schob sich langsam hoch, jeden Muskel angespannt. „Du spielst ein gefährliches Spiel, Jara.“

Sie nickte nur, die Lippen zu einer dünnen Linie gepresst. „Und du solltest lernen, nicht jedem Schatten zu glauben, der sich als Verbündeter tarnt.“

Noch einen Herzschlag lang standen sie sich starr gegenüber — zwei Figuren, die in den Ruinen einer versunkenen Welt ihre letzten Karten zogen.

Dann glitt Jara wie ein Phantom wieder in den Nebel der Neonhallen, hinterließ nur ein eisiges Schweigen und das pochende Echo eines zerbrochenen Vertrauens.

Damian blickte in die Dunkelheit, die sich tief in sein Innerstes fraß. Wem diente Jara wirklich?

Lucian Veidt — oder ihm?

Ein kaltes Kribbeln kroch seinen Nacken hinauf, das Gift des Verrats hatte sich tief in sein Blut gegraben.

Er würde Antworten finden. Und wenn nötig — Rache nehmen.

Die Neonlichter flackerten, die Stadt atmete ihren düsteren Herzschlag weiter. Und irgendwo, in den verborgenen Gassen, wartete bereits die nächste Falle.

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Ende Kapitel 7