NoveliqaDer Blutkodex des Schattenkaisers / Ein blutiges Wiedersehen :0%
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Chapter 5

Ein blutiges Wiedersehen

Kapitel 5 Ein blutiges Wiedersehen

Der Regen hatte plötzlich aufgehört, doch die Luft blieb schwer, elektrisch geladen. Die feinen Tropfen glitzerten noch auf den Neonreflexen des Pflasters, als Damian Kruger langsam einen Schritt nach vorn machte. Der Schatten vor ihm bewegte sich nicht. Die Stille schien sich über den schmalen Hinterhof zu legen wie ein undurchdringlicher Schleier.

Damian spürte, wie das Gewicht der unsichtbaren Augen ihn tief in den Rücken bohrte. Das kalte Metall seiner versteckten Klinge drückte gegen seinen Unterarm, eine trügerisch beruhigende Präsenz. Das Grinsen auf seinen Lippen blieb fern — hier ging es um mehr als Spielchen.

Die Silhouette löste sich langsam aus dem Schatten, trat ins fahle Neonlicht. Die Konturen waren vertraut, erschreckend vertraut.

„Alarich,“ murmelte Damian, als die stechend hellen Augen ihn fixierten. Ein dunkler Stoppelbart umrahmte das kantige Kinn, das Haar war kurz geschoren, doch die Narben über der linken Augenbraue — sie verrieten den Mann, den Damian einst als Rivalen unter den Straßenkriegen von Neonstadt kannte.

„Damian Kruger,“ entgegnete Alarich mit rauer Stimme, während seine Hände sich in den Taschen seines abgewetzten Mantels vergruben. „Du wirkst nicht gerade vorsichtig.“

Ein zynisches Lächeln verzog Damans Mundwinkel. „Vorsicht ist für diejenigen, die nichts haben zu verlieren. Ich hingegen hab vor dir einiges auf der Liste.“

Alarich schnaubte, sein Blick funkelte kurz amüsiert, bevor er düster wurde. „Ich mag dir sicher nicht sagen, warum ich jetzt Lucian Veidt diene. Du weißt, was passiert ist — oder glaubst, du weißt es.“

Damian spürte, wie sich die Erinnerung an die Bluttage seines Falles wie bleierne Ketten um seine Brust legten. Verrat, Lügen, verlorene Loyalitäten. Die Wut brannte kalt in ihm, zischte in jedem Atemzug.

„Dann erzähl doch, Alarich. Oder soll ich dich daran erinnern, wer hier einst dein Gegner war? Wer dir eine echte Chance gab?“

Alarichs Augen verengten sich. Mit einem scharfen Blick, der alles und nichts sagte, schritt er näher, der Geruch von kaltem Schweiß und Rauch umgab ihn.

„Lucian hat mir einen Platz gegeben — einen echten Platz. Nicht wie vor Jahren, als ich in den Schatten vor dir verborgen lebte und selbst meine eigenen Leute misstrauten. Ich hab mich verändert, Damian. Und ich schwöre dir, du bist der letzte auf meiner Liste.“

Ein Lachen entkam Damian, bitter und trocken. „Ein letztes Mal? Dann wird das wohl dein letztes Wort sein.“

Die Spannung explodierte plötzlich, als Alarich eine blitzschnelle Bewegung machte. Damian reagierte instinktiv, seine Klinge flammte auf, ein kalte Silberschnitt, der das spärliche Licht in seine Bahnen lenkte.

Metall bohrte sich in Metall. Ein Knirschen, ein Feuerblitz. Emotionen kollidierten auf der Klinge, Wut und Zorn, Vertrauen und Verrat — alles im blinkenden Flackern der Neonlichter.

„Du gehörst nicht hierher,“ keuchte Alarich, PK die Waffen mit einer Präzision, die viele Jahre Härte auszog.

„Doch,“ zischte Damian zurück, „solange ich atme, gehört diese Stadt mir — und ich werde zurückholen, was du und Lucian zerstören wollen.“

Das Kampffieber loderte auf. Ihre Schatten tanzten wild an den Wänden, während sie um Leben und Tod rangen.

Ein verkrampfter Ruck, ein Ruckeln — dann sprang Alarich zurück, blitzschnell wie ein Panther. „Vielleicht.... vielleicht gibt es noch etwas, das uns verbindet, Damian. Etwas, das stärker ist als der Hass.“

Damians Herzschlag setzte einen kurzen Takt aus.

„Du bist nicht mehr der Mann, den ich gekannt habe,“ flüsterte er, das Flimmern in seinen Augen zwischen Ehrfurcht und Schmerz zuckend.

„Doch ich könnte einer werden, der dir dient — wenn du nur hören würdest.“

Die Luft schien zu pulsieren, als Damian zwischen Misstrauen und der Möglichkeit eines unerwarteten Paktes schwankte. Ihr Kampf war nicht nur dieser eine Schlagabtausch, sondern ein Spiegel ihrer zerbrochenen Geschichte.

Ein krachendes Geräusch ließ sie abrupt zusammenzucken. Schritte. Stimmen. Fern, aber näher werdend.

„Wir haben nicht viel Zeit,“ keuchte Alarich und funkelte Damian an. „Entscheide dich. Wirst du weiter kämpfen — oder verbündest du dich mit dem Feind?“

Damian hob die Klinge, das matte Neonlicht spiegelte sich daran wie fließendes Blut. Sein Blick bohrte sich in den seines alten Rivalen.

„Ich will meine Krone zurück. Nicht durch deinen Pakt. Ganz allein.“

Ein Schatten fiel auf die Tür des Hinterhofs. Ein Knall. Dann das Click-Click eines Schlosses, das sich schnell öffnete.

Ein eisiger Windstoß wehte herein.

…und dann die Stimme, die alles veränderte:

„Zeit, dass wir hier einen Schlussstrich ziehen.“

Damian und Alarich erstarrten. Ihre Augen fanden einander, geladen mit unausgesprochenem Zorn und Hoffnung.

Der Kampf war eröffnet — und keine Seite kannte das Ende.

--- Ende Kapitel 5