NoveliqaDer Blutkodex des Schattenkaisers / Bruchlinien im Bündnis :0%
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Chapter 13

Bruchlinien im Bündnis

Kapitel 13 – Bruchlinien im Bündnis

Das Flimmern der Neonlichter draußen wurde zu einem gleißenden Inferno in Damians Augen, als er sich vom Boden aufrappelte. Die Splitter von Zeit und Realität bohrten sich noch in seine Gedanken, jeder Atemzug ein Riss, der durch seine Seele schnitt. Um ihn herum war Stille – betäubend, als hielte der Kosmos den Atem an. Doch diese Ruhe trug die Schwere eines drohenden Sturms in sich.

Seine Fingerspitzen krallten sich in das glatte Leder des Buches, das kalt und unerbittlich war, als trage es das Gewicht von Jahrhunderten im Inneren. Ein leises, scharrendes Geräusch brach die Stille.

„Damian.“ Die Stimme war kaum mehr als ein Schatten, doch sie zog wie kaltes Wasser an seinem Innersten. Nichts als Schatten – doch vertraut.

Er schnappte nach Luft, das Herz stieß schmerzhaft gegen seinen Brustkorb. „Liora“, murmelte er, als seine Blicklinie starrte, erstarrt. Vor ihm stand sie – die Brücke zwischen seinem alten Leben und der Zukunft, die sich gerade jetzt zu zerfransen begann.

Ihr Gesicht war ausdruckslos, aber die Schatten unter ihren Augen sprachen von schlaflosen Nächten und schwerer Entscheidung. „Wir haben keine Zeit,“ sagte sie kühl, während ihre Hand sich an den Waffenriemen an ihrer Hüfte legte. „Lucian hat Verbündete in unseren Reihen. Es wächst nicht nur Krieg im Äußeren, Damian, sondern im Inneren.“

Sein Blick verengte sich. „Wer?“ Seine Stimme war ein raues Flüstern, als würde selbst das Aussprechen der Frage jemanden wecken, den er lieber schlafen lassen wollte.

Liora trat einen Schritt näher, ein kalter Windstoß schien mit ihr hereinzuziehen. „Es sind mehr als Zweifel. Zweifel sind tödlich, aber Verrat – das ist ein Messer im Herzen. Unter der Maske eines Freundes.“

Ein Schatten glitt über Damians Gesicht, als Erinnerung ihn packte – Gespräche in verrauchten Hinterzimmern, flüchtige Blicke, zu schnell unterdrückte Gesten. „Wer vertraut ihm noch?“

Doch Liora schüttelte den Kopf. „Das ist das Problem. Zu viele.“ Sie schnappte nach Atem, als würde sie gegen eine lähmende Furcht ankämpfen. „Er sagt, er kämpft für dich, aber seine Augen lügen. Und er hat Geflüster mit Veidt geführt.“

Die Luft im Raum wurde schwer, die spärlichen Lichter warfen lange Schatten. Damian tastete nach seiner inneren Ruhe, suchte den Funken, der ihn durch die Asche geführt hatte. Dieser Funke brannte noch – aber jetzt war er eine Flamme, die jeden Moment in Flammen aufgehen konnte.

„Ich werde ihn finden,“ sagte er. „Und wenn ich ihn finde, wird niemand mehr sicher sein in dieser Stadt.“

Liora nickte, ihre Hand legte sich für einen Moment auf seine Schulter – ein Versprechen, eine Drohung zugleich. Dann zog sie sich zurück. „Wir müssen das Bündnis neu schmieden, bevor es zerbricht.“

Ein metallisches Klirren an der Tür ließ sie beide zusammenzucken.

Draußen hallten Schritte, schwer und entschlossen.

Damian drehte sich um, die Hand schon am Griff seiner Waffe.

Die Tür öffnete sich langsam.

Ein bekannter Schatten trat aus dem Dunkel.

Sein Lächeln war kalt – und seine Augen funkten voller Verrat.

„Bereit für ein neues Spiel, König?“