Chapter 15
Kapitel 15: Der brutale Hinterhalt
Das matte Glühen der Klinge erlosch, nur um im Schatten erneut aufzublitzen. Kael keuchte, spürte, wie seine Lunge nach Sauerstoff riss, während ein kalter Schweißfilm seinen Rücken hinabkroch. Sein Herz knackte wie ein walkendes Donnern in seiner Brust, jeder Schlag ein dumpfer Trommelschlag, der das Echo seiner verzweifelten Flucht vor dem Tod übertönte.
Vor ihm lag ein zerfledderter Streifen Erde, übersät mit Spuren, die von schnellen, verzweifelten Bewegungen zeugten. Seine Finger zitterten leicht, wichen aber nicht von der scharfen Klinge ab, die noch immer nach Blut lechzte – das Blut eines Mannes, der keinen Platz hatte für Fehler.
„Verdammt!“ Kael presste die Lippen zusammen. Sein Blick durchbohrte die Dunkelheit, doch das dichte Geäst fraß das spärliche Licht auf, das vom schwachen Mond schien. Jeder Laut wurde zur Ansage des nahenden Verderbens: ein leises Knacken, ein Rauschen, das mehr versprach als nur den Wind.
„Warum folgen sie mir so hartnäckig?“ Kael stieß die Frage in die leere Nacht, doch keine Antwort kam. Nur das pulsierende Pochen seiner Adern gab ihm Gesellschaft.
Ein Schatten glitt zwischen den Bäumen hervor. Ein Schritt – dann zwei. Kael spürte, wie sein Körper scharf wie ein Messer reagierte und er sich blitzschnell zur Seite warf. Ein scharfes Zischen schnitt durch die Luft, als ein Wurfmesser seinen Platz am Boden fand, dort, wo er eben noch noch stand.
„Valos’ Fänger“, murmelte Kael und ließ sich langsam in den Schatten sinken. Jede Faser brannte vor Anspannung; sein Geist jagte, suchte nach einem Ausgang, einer Schwäche, einer Spur, die er ausnutzen konnte. Doch was nützte Geschick, wenn der Gegner unsichtbar war?
Ein leises Flüstern, kaum wahrnehmbar, schälte sich aus der Dunkelheit. Eine Stimme, kalt und messerscharf wie ein Dolch.
„Du kannst nicht entkommen, Winter. Die Schatten sind unser Reich, und heute endet dein Spiel.“
Kaels Gedanken rasten. Er wusste, dass diese Worte nicht nur Drohung, sondern auch Warnung waren. Er hakte sich nicht ein in sinnlose Gefechte, wenn es keine Aussicht auf Sieg gab. Aber das System – sein verbotener Retter – pulsierte an seinem Handgelenk, flüsterte Codes, reagierte auf das tödliche Spiel.
Sein Blick fiel auf den nächstgelegenen Baumstamm, morsch und schwer, doch stabil genug als Deckung. Kael tauchte hinein, spürte die raue Rinde an seinem Rücken, die kalte Feuchtigkeit, die sich von den Ästen löste. Dort, im Schutz der Natur, sammelte er seine letzten Reserven.
„Analyse: Gegner bewegt sich in unregelmäßigenPattern. Verwundbar bei abrupten Richtungswechseln.“ Die Stimme des Systems schabte trocken in seinem Kopf.
„Unregelmäßig...“, murmelte Kael und lauschte den Bewegungen. Ein weiteres Geräusch, ein leises Raunen, wurde plötzlich von einem heftigen Knall unterbrochen. Ein dumpfer Aufprall, als jemand gegen einen Baum prallte.
Seine Chance. Kael spannte die Muskeln an, fuhr die Klinge aus und rutschte aus dem Schutz hervor.
„Dafür kämpfst du, Winter“, knirschte er leise. „Für deine Freiheit.“
Er stürmte vorwärts, riss die Klinge hoch und spürte die raue Luft zischen, als sie in Richtung eines schwarz verhüllten Gestalt fuhr. Die Klinge schrie durch das Ätherreiche Dunkel, als sie – aufgestaute Kraft aus Jahrhunderten von Wut und Verzweiflung – ihr Ziel suchte.
„Hah!“ Kael spürte den Widerstand, spürte den Aufschrei des Gegners, doch die Klinge glitt nicht durch Fleisch, sondern raffte graue Stofffetzen auf, bevor die Gestalt auswich, geschmeidig wie ein Panther.
„Nicht gut genug“, hallschte die Stimme hinter ihm und ein zweiter Schatten stürzte vor.
Kael taumelte zurück, wehrte einen Angriff mit der freien Hand ab, während der andere seine Kehle suchte. Sein Körper schrie, jede Bewegung brannte wie Feuer in den Knochen. Es war schnell, tödlich – ein brutaler Tanz auf Messers Schneide.
Blut rann an seiner Hand entlang. Ein scharfer, beißender Schmerz schnitt durch seinen Unterarm, doch er biss die Zähne zusammen, ignorierte das Klirren in seinem Schädel.
Der zweite Gegner hatte eine Klaue, schwarz und mit runenverzierten Klingen besetzt. Sie zerfetzte die Luft über ihm, suchte ihren Weg zu Herz und Leben.
Kael drehte sich, nutzte das System, das ihn in Sekundenbruchteilen strategisch führte. „Scherenschnitt-Technik, Level 4. Aktivieren.“ Ein rötliches Flackern umgab seinen Arm, die Energie sammelte sich konzentriert in seiner Handfläche.
Mit einem Schrei stieß er die Hand aus, ließ die Klinge durch den Raum schneiden. Ein energiesprühender Bogen, der die Luft sprengte. Der Angriff traf den Körper des Gegners mit voller Wucht.
Der Kampf schwankte. Kael spürte, wie der Gegner taumelte und mit einem keuchenden Laut zu Boden sackte. Doch er hatte keine Zeit zu jubeln.
Drei weitere Schatten bewegten sich aus dem Wald hervor, ihre Blicke glühten vor tödlicher Absicht.
Kael sammelte alle seine Kräfte. „Verdammt“, flüsterte er.
Seine Klinge leuchtete erneut auf, während das System hektisch weitere Daten einbließ: „Warnung: Lebensenergie auf 37%. Feinde: 4, Ausrüstung: beschädigt, Flucht nicht möglich.“
„Verdammt!“ Kael rotierte, schlug zu, wich aus, drehte sich weg vom tödlichen Griff des ersten Gegners.
Sein Körper fühlte sich schwer an, als trüge er Ketten. Jeder Muskel schrie nach Ruhe, doch sein Geist war ein rasendes Inferno aus purer Entschlossenheit.
Die Schatten wurden näher, ihre Bewegungen immer tödlicher, präziser. Das kalte Lachen eines Gegners schnitt durch die Nacht, während er Kael einen vernichtenden Hieb verpasste.
Ein stechender Schmerz schoss durch Kaels Seite. Er taumelte, kroch fast zu Boden, aber seine Hand krallte sich in den Boden. Der bittere Geschmack von Blut breitete sich in seinem Mund aus.
„Hör auf, Kael“, zischte eine Stimme wie ein Dolch in seinem Ohr. „Gib auf, und es endet schnell.“
Doch Kaels Augen blitzten wutentbrannt. „Vielleicht... kommst... du das nächste Mal... klarer weg!“ Seine Stimme war rau, jeder Laut ein versprengter Funken Hoffnung.
Mit einem Faustschlag auf den nächstbesten Gegner wagte er einen verzweifelten Ausbruch, schleuderte den Mann zu Boden und rannte los. Er musste entkommen, bevor seine Welt endgültig zerbrach.
Plötzlich – ein knarrendes Geräusch an der Seite. Kael spürte, wie etwas krachend auf den Boden fiel. Eine dunkle Silhouette trat ins spärliche Mondlicht.
Ein Retter? Ein weiterer Feind?
Kaels Brust hob sich schwer, die Klinge zitterte in seiner Hand. Die müde, gebrochene Welt um ihn herum verblasste – vor ihm stand eine neue Wahrheit, oder der letzte Streich des Schicksals.
„Ist... eine Rettung überhaupt noch möglich?“
Der wahre Kampf hatte gerade erst begonnen.
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Ende Kapitel 15