NoveliqaAlpha des Schicksals: Blutband der Ewigkeit / Das Treffen der Rudelführer :0%
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Chapter 16

Das Treffen der Rudelführer

Kapitel 16: Das Treffen der Rudelführer

Der Schrei hallte noch nach, als Liora und Kael sich hastig umsahen. Nebelschwaden krochen vom Waldboden empor und verschluckten die Silhouetten der Bäume. Lioras Herz hämmerte in der Brust, scharfe Nadeln aus Angst und Adrenalin bohrten sich in ihre Sinne. Kaels Finger gruben sich unbewusst in ihre Schulter, ein stummer Anker in diesem Chaos.

„Beweg dich, schnell!“, flüsterte Kael mit gespannter Stimme. Jeder Laut schien drohend in der feuchten Luft zu hängen.

Liora spürte, wie die Stille nach dem Schrei noch schwerer wog. Keine Bewegung mehr, kein Rascheln, nur das unheilvolle Flüstern des Windes. Doch dann – ein weiteres Geräusch, metallisch und scharf. Ein leises Klirren, das durch die Nacht schnitt.

„Jemand hat versucht, uns hierhin zu locken“, murmelte Liora, während sie den Raum zwischen den schattenhaften Bäumen sondierte. „Das war kein Zufall.“

Kael nickte, seine Augen blitzten kalt. „Wir sind nicht allein.“

Mit vorsichtigen Schritten bewegten sie sich tiefer in den Wald, den Weg zurück vermieden – jeder Laut könnte Aufmerksamkeit erregen. Lioras Blick blieb auf das unheimliche Gleichgewicht zwischen dem Mondlicht und den Schatten gerichtet. Plötzlich stoppte Kael, hob die Hand zum Zeichen der Stille.

Vor ihnen zeichnete sich eine Gruppe von Gestalten ab – mehrere Alpha-Wölfe, eingehüllt in dunkle Mäntel, die Gesichter im Zwielicht kaum zu erkennen. Die Spannung in der Luft schnürte Liora die Kehle zu.

„Die Rudelführer sind versammelt“, sagte Kael leise. „Das Treffen, das wir suchen.“

Als sie näherkamen, spürte Liora den eisigen Hauch des Misstrauens, der von den anderen ausging.

„Liora Hartmann“, eine Stimme schnitt durch die Stille. Es war Alrik, Alpha des Nordrudels, dessen stechender Blick wie ein Messer bohrte. „Wir haben von deinem verstoßenen Blut gehört. Warum sollten wir dir vertrauen?“

Liora atmete tief ein. Jede Faser ihres Körpers war gespannt, sichtbar nur durch den schwachen Schein des Mondes. „Ich suche nicht euren Respekt für meine Herkunft, sondern für das, was mein Rudel geschafft hat. Wir brauchen dieses Bündnis.“

Ein leises Kichern, scharf wie zerbrechendes Glas, erwiderte ihr Darian Vexs Stimme, als er aus dem Schatten trat.

„Anerkennung?“ Seine Augen glänzten giftgrün im Mondlicht. „Das Spiel der Alphas ist nicht für schwache Herzen. Jeder hier weiß, dass deine Wurzeln vergiftet sind.“

Die Menge murmelte, Unruhe brach aus. Kael stellte sich schützend vor Liora. „Genug“, knurrte er. „Wir sind hier, um zu reden – nicht zu streiten.“

Darian lächelte kalt. „Dann lasst uns sehen, wie lange dein Rudel dieser Prüfung standhält.“

Plötzlich zuckte eine versteckte Klinge durch die Luft, blitzte direkt auf Kaels Hals zu.

Instinktiv sprang Liora zur Seite, packte die Hand, die die Waffe führte, und riss nach oben. Ein Schrei, ein Kampfbereich entfesselte sich. Doch das Geräusch detonierter Flaschen, die hinter ihnen zerbarsten, zog alle Aufmerksamkeit auf sich.

Blauroter Rauch stieg auf, vermischte sich mit dem Nebel, erstickte die Sicht. Gebrüll, Schreie, Hektik – das Treffen aufgelöst, in Chaos zerbrochen.

Als der Rauch sich legte, lag der Boden voller verstreuter Artefakte, zerbrochener Glasflaschen. Liora tastete nach Kael, der am Boden kniete, die Faust geschlossen um eine blutige Wunde an seiner Seite.

„Wer... wer sabotiert dieses Treffen?“, keuchte er.

Liora spürte, wie die Wut langsam wie giftiger Fluss durch ihre Adern strömte. Jemand wollte nicht nur Zwietracht säen – sondern den Kern der Alphamacht zerreißen.

„Wir stehen am Anfang eines Krieges“, flüsterte sie, „und ich werde nicht zulassen, dass unser Blut ein weiteres Mal verachtet wird.“

Doch ihre Augen suchten die Umrisse im Schatten. Eine kalte Präsenz, die dem Feuer des Konflikts entgegenblickte und in der Dunkelheit verschwand.

Wer war es? Und aus welchem Grund stellte sich jemand gegen alle Rudelführer – gegen das fragile Bündnis, das Liora gerade erst zu knüpfen begann?

Der Nebel kroch wieder heran. In seinem grauen Schleier schien das Schicksal selbst zu flüstern: Das Blutband der Ewigkeit war zerrissen – und der wahre Kampf hatte gerade erst begonnen.