Noveliqa EmblemNoveliqa✦
Stöbern
Ranglisten
Bibliothek
Anmelden
NoveliqaNoveliqa

Romane und Web-Comics jederzeit lesen — Romance, Revenge, Fantasy und mehr.

Schnelllinks

  • Startseite
  • Entdecken
  • Belohnungen
  • Blog

Ressourcen

  • FAQ
  • Kontakt
  • Mein Konto

Bleib auf dem Laufenden

Neue Kapitel und exklusive Angebote in deinem Postfach.

© 2026 Noveliqa. Alle Rechte vorbehalten.

DatenschutzrichtlinieNutzungsbedingungenCookie-Richtlinie

Große Geschichten, Kapitel für Kapitel.

NoveliqaVertrag der verbotenen Sehnsucht / Ein unerwarteter Rückschlag :0%
Anmelden

Kapitel 1

Ein unerwarteter Rückschlag

Der Regen peitschte gegen die hohen Fenster ihres kleinen Ateliers, während Lina Becker die verschwitzten Skizzen fest umklammerte. Ein Wimmern schlich sich in ihre Brust – kein lauter Schrei, eher das leise Zerren einer Hoffnung, die gerade dabei war, zu zerreißen. Ihr Smartphone vibrierte neben ihr auf dem Arbeitstisch. Wieder eine Nachricht von Maren, ihrer Assistentin, die vermutlich die schlechten Neuigkeiten hatte.

„Lina, es tut mir so leid… Aber Falk Industries zieht den Auftrag zurück. Und das sofort.“

Das Herz setzte ihr aus. Falk Industries. Der Name fiel wie ein Urteil. Das bedeutete nicht nur den Verlust eines Großauftrags, sondern das Ende ihrer gesamten Kollektion, für die sie Wochen gearbeitet hatte. Die Aufträge waren knapp, die Kunden launisch – und gerade dieser war ihre letzte Chance gewesen.

Sie tastete nach dem Glas Wasser, goss es hastig in sich hinein. Die Kälte des Wassers kratzte sich an ihre trockene Kehle, während sich ein harter Knoten in ihrem Magen zusammenzog. Es fühlte sich an, als erstickte sie in einem Meer aus unbezahlten Rechnungen und zerbröckelnden Träumen.

Zitternd legte sie das Handy beiseite und starrte aus dem Fenster. Die grauen Wolken spiegelten sich in den spiegelnden Fassaden der Wolkenkratzer draußen. Drüben schien die Welt ein glitzerndes, sicheres Universum zu sein – draußen. Nicht hier.

„Wie soll ich das nur durchstehen?“, flüsterte sie. Ihre Stimme klang hauchdünn, fast fremd in diesem Raum, der ihr so vertraut war.

Ein Pling ließ sie zusammenzucken. Weitere Nachrichten von Maren. „Der Vertrag ist weg. Kein Ersatzauftrag. Unsere Optionen sind… begrenzt.“

Lina sank in ihren Stuhl, das Holz knarrte leise unter ihrem Gewicht. Ihre Finger flogen über die Tastatur, versuchten verzweifelt, irgendeine Antwort, irgendein Zeichen zu finden. Doch alles, was sich öffnete, war eine kalte, leere Leere.

In ihrem Kopf schwirrten Erinnerungen an die letzten Monate. Nächte ohne Schlaf, Stoffproben, die quer durch den Raum flogen, die müden Augen, die sich im Gang spiegelten, während sie von einem Treffen zum nächsten hetzte. Und jetzt? Rechnungen, die unbezahlbar schienen, ein Konto, das sich besorgniserregend leerte – und keine Rettung in Sicht.

Das alles wog schwer auf ihrer Seele. Sie wünschte sich, jemand würde einfach zur Tür hereinkommen, sie in den Arm nehmen und sagen: „Es wird alles gut.“ Aber so funktionierte das Leben nicht.

Stattdessen klingelte ihr Handy erneut, diesmal eine unbekannte Nummer. Zögernd hob sie ab.

„Frau Becker? Hier ist Dominik von Arnstadt. Ich habe gehört, Sie stehen in finanziellen Schwierigkeiten.“

Die Stimme war samtig, doch der Unterton darin schnitt scharf wie eine Klinge.

„Wer?“ fragte Lina und spürte, wie sich ihr Magen wie ein leerer Beutel zusammenzog.

„Dominik von Arnstadt. Vielleicht haben Sie von meiner Familie gehört. Wir könnten uns gegenseitig helfen.“

Sein Angebot klang wie ein Rettungsring, der im Sturm zu ihr geworfen wurde – und doch lag eine dunkle Schattierung darin, eine Warnung, die in seiner betonten Höflichkeit schwebte.

Lina drückte das Handy fester ans Ohr. „Warum sollten Sie mir helfen?“

Ein kurzes Lachen. „Weil Macht manchmal Wege öffnet, die andere verschlossen halten.“

Sie schluckte. Ein finsterer Gedanke kroch ihr näher: Was, wenn dieser Weg nicht der ihre, sondern der seine war?

Bevor sie antworten konnte, ertönte das Ohrenbetäubende Krachen einer Tür, gefolgt von Stimmen, die die Stille zerrissen. Lina sprang auf, das Herz hämmerte gegen die Rippen.

Sie blickte zur Tür ihres Ateliers. Dort stand niemand – aber der Schatten, der sich gerade im Türrahmen abzeichnete, war groß, breit und bedrohlich.

„Lina Becker“, sagte eine tiefe Stimme, die sich wie ein Versprechen anfühlte, „wir müssen reden.“

Der Regen wurde stärker. Der Sturm draußen spiegelte das Gewitter in ihrem Inneren.

Würde sie einen Ausweg finden – bevor es zu spät war?